Lernen Sie Ihren Hund zu verstehen!

Monats-Archive: Juni 2014

Emmi – Rauhaardackel, 1,5 Jahre alt – konnte nicht aufhören zu bellen

Emmi - klein, süß, klug und ziemlich laut! Foto: Sabine u. Jörg R.

Emmi – klein, süß, klug und ziemlich laut!
Foto: Sabine u. Jörg R.

Von Anfang an wollten wir alles richtig machen. Wir haben uns belesen (obwohl Emmi bereits unser 2. Rauhaardackel ist),

unserer Meinung nach alles lehrbuchmäßig eingehalten und doch ist irgendetwas gehörig danebengegangen.

Sie war vom Tag als wir sie beim Züchter (mit knapp 10 Wochen) abholten, an sehr lebhaft und immer in Aktion. Welpen schlafen viel! Unser Welpe schlief nur nachts, zum Glück wenigstens dann.

Immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Natürlich haben wir dann versucht ihr Beschäftigung zu geben. Quietschtiere werfen, Decke zergeln, Knochen kauen usw. Nach einigen Tagen im neuen Zuhause fingen wir langsam damit an, Emmi an ihre Umwelt zu gewöhnen. Zuerst die Nachbarskinder, dann Familie und Freunde. Alles langsam und dosiert um sie nicht zu überfordern. Dann mal auf den Parkplatz des Baumarktes oder Supermarkt, zuerst immer etwas abseits des Betriebes.

Dann als Steigerung gelegentlich in den Baumarkt oder ins Möbelhaus. Alles prima, keine Angst. Selbstverständlich auch Welpenschule, damit aus ihr ein gut sozialisierter Hund wird. Ich habe einen netten Chef der mir auch erlaubt hat den Hund mit ins Büro zu nehmen, also stand einem glücklichen Hundeleben eigentlich nichts im Wege, so unsere Idee.

Doch allmählich wurde Emmi Menschen gegenüber immer unsicherer. Im Büro wurde jeder angebellt. Wenn sich die Kollegen näherten, zog sie sich zurück und bellte nur noch mehr. Kein Leckerchen konnte sie locken. Auch der kurze Fußweg zur Arbeit wurde für mich immer stressiger. Sobald eine Person in unserem Sichtfeld auftauchte, wurde Alarm geschlagen. Gehstöcke, Kinderwagen, Rollatoren etc. waren ganz extrem gefährlich! Irgendwann reagierte sie auch auf kleine Kinder die sich schnell bewegten oder laufen und spielen. Nur in der Hundeschule war sie wie ausgewechselt, vergnügt, zutraulich und von allem und jedem (auch Menschen) begeistert.

Wir wussten nicht mehr wie es weitergehen sollte, da Emmi ja auch im Haus sehr anstrengend war.

Sie hat tagsüber nie geschlafen, wenn wir sie nicht bespielt haben, hat sie Blödsinn gemacht.

Teilweise hat sie auch uns angeknurrt oder in Hosenbeine gebissen. Zufrieden war sie nur, wenn wir ihr einen Ball geworfen haben (dachten wir).

Foto: Sabine u. Jörg R.

Foto: Sabine u. Jörg R.

Wir waren mit unserem Latein am Ende und auch mit den Nerven!!

Die Er”lösung” kam durch unsere Tierärztin in Sundern. Daher kam der Tipp sich an Frau Meisterjahn zu wenden.

Der 1.Besuch fand die erste halbe Stunde bei uns im Hausflur statt, wo Emmi sie ununterbrochen anbellte und sich keinen Schritt an sie heran traute. Frau Meisterjahn verhielt sich ganz ruhig und geduldig. Machte sich klein, drehte sich weg, senkte den Kopf, beschwichtigte Emmi. Dann kamen Leckerli dazu, zuerst in Emmis Richtung geworfen, dann immer näher zu sich heran und dann so, dass Emmi an ihr vorbei musste um an die Belohnung zu kommen.

Als das klappte, Emmi sich beruhigt hatte, konnten wir auch ins Wohnzimmer gehen und haben ein sehr langes Gespräch geführt. Viele Fragen beantwortet, Fragen gestellt und Antworten und Erklärungen bekommen. Wir hatten nur das Beste gewollt und doch für diesen speziellen Hund ganz viel falsch gemacht. Das sind nun sehr individuelle Dinge, die sich nur begrenzt auf andere Hunde übertragen lassen. Aber wir haben von diesem Tag an unseren Hund ganz anders gesehen und auch behandelt. Wir müssen uns sein Vertrauen kleinschrittig erarbeiten, das wollen wir und das schaffen wir.

Foto: Sabine u. Jörg R.

Foto: Sabine u. Jörg R.

Es braucht viel Zeit und natürlich Geduld, der Erfolg gibt uns und vor allem Frau Meisterjahn recht. Unser Trainingsweg ist noch lange nicht zu Ende, er ist aber nicht mehr unüberwindbar. Ohne das Rüstzeug das Frau Meisterjahn uns an die Hand gegeben hat, wären wir heute nicht da, wo wir sind. Emmi geht es besser, sie ist viel ruhiger geworden, entspannt sich schneller und schläft auch am Tage mal!

Von Herzen ein dickes DANKE und noch viel Spaß und Erfolg bei Ihrer Arbeit:)

 

Jörg und Sabine R. aus Neuenrade