Lernen Sie Ihren Hund zu verstehen!

Monats-Archive: Februar 2015

Lucy – ein kleines Bündel Angst

timei-4474Unsere Lucy!

Lucy ist ein Hund aus einer Tötungsstation in Griechenland. Sie ist in der Tötungsstation geboren. Wir haben unsere Lucy im Internet gesehen und wir dachten: “die müssen wir holen, der wollen wir helfen und ihr ein “schönes Zuhause” geben”. Gesagt, getan! So sind wir losgefahren und haben Lucy in Münster in Ihrer Pflegefamilie besucht.

Dort angekommen, fanden wir ein kleines Häufchen Fell. Völlig verängstigt und eingeschüchtert. Ich hätte sie am liebsten sofort mit genommen. Leider musste erst der bürokratische und offizielle Teil erledigt werden und am nächsten Abend haben uns die Leute von der Tierorganisation unsere Lucy dann gebracht.

In dem Glauben “jetzt wird alles gut”, sollte Lucy ihr neues Leben jetzt voll durch starten. Aber leider war alles nicht so einfach wie wir es uns vorgestellt haben.

Lucy ist unser 2ter Hund und wir dachten unser 13 Jahre alter Spencer, den wir als Welpe bekommen haben, wird ihr schon alles zeigen. DAS WAR NICHT SO! Alles war für sie schlimm.

Alle Menschen sind böse….vor allem Männer!

Unter dem Bett hervor kommen und zum pinkeln auf die Wiese – eine absolute Katastrophe! Ich habe 14 Tage versucht ihr zu vermitteln, das man nicht dort sein Geschäft macht, wo man liegt. Ein Spaziergang konnte nicht stattfinden, der Hund hat sich mehr über den Boden “ziehen” lassen als das er mitging. Dabei wollten wir Ihr “nur gut”. Sie hat nie richtig entspannt geschlafen, weil jedes Geräusch ihr Angst gemacht hat. Sie konnte nicht fressen, hat alles in der Wohnung weg getragen aus Angst es könnte ihr jemand weg nehmen oder es könnte nicht reichen.

Besuch konnten wir in der Wohnung nicht empfangen, sie lag dann wie gelähmt stundenlang da…..ohne Entspannung, mit purem Stress. Sie war so voller Angst, wie man es keinem Lebewesen wünschen sollte.

Also dachten wir ……..gut…..dann besuchen wir eine Hundeschule…..wir nahmen ein paar Einzelstunden und gingen 1 mal pro Woche auf den Hundeplatz. Voller Euphorie, mit Lucy das richtige zu tun. Sie sollte Regenschirme umlaufen, es wurde auf Metall geschlagen, so das es laut war, sie sollte Pylonen umkreisen, Sitz lernen….und auf engen Wegen fremden Menschen und Hunden begegnen. Wir sollten sie mit dem Knie weg drücken, wenn sie etwas “nicht” tun sollte. Nach vorne beugen, wenn sie nicht “sitz” macht oder andere Kommandos ausführt….etc. etc.

Kurz und knapp …..und das weiß ich heute……ALLES DER GRÖSSTE QUATSCH bei einem Angsthund!

Genau diese Dinge, haben in keinster Weise zu einer positiven Veränderung geführt. Ganz im Gegenteil, da kann ich froh sein, das Lucy nicht weggelaufen ist, nachdem ich sie, auf Anraten der Trainerin, im Wald von der Leine lassen sollte. Die Hundeschule ist geschlossen. Im Nachhinein unser Glück….Wir sind gerne hingegangen, weil wir dachten, das wir unserem Hund helfen können. Dachten, das wir uns in professionelle Hände begeben hätten, da wir noch nie mit einem so angsterfülltem Hund zu tun hatten.

Das Medium Facebook hat uns mit Bettina Meisterjahn zusammen gebracht. Eigentlich waren wir dort auf der Suche nach einer neuen ‘Hundeschule’.

Ich kann nur sagen DANKE TINA das wir uns kennengelernt haben. DANKE das es dich gibt!

Tina hat uns beigebracht unseren Hund zu verstehen. Auf “seine” Sprache zu achten. Seine Signale zu erkennen und mit diesem Wissen zu arbeiten.

Sie hat uns gelehrt uns so zu verhalten, dass der Hund lernt uns zu vertrauen und wie wir ihm Selbstvertrauen geben können, um ein besseres Leben führen zu können.

Es zählte für Tina nicht, dass der Hund “Sitz” und “bei Fuß” und was weiß ich nicht alles lernen muss. Für sie zählte nur…….wie findet dieses kleine Häufchen Hund den Weg zu den Menschen, bei denen sie jetzt ist, wie kann er einfach Spaß an seinem Leben haben, wie bekomme ich diesen angsterfüllten Hund, wieder in die richtige Bahn….

Bei der ersten Begegnung war Tina glaube ich fast 5 Stunden bei uns. Lucy hat sich nicht getraut, aus dem Esszimmer ins Wohnzimmer zu kommen. Tina hat sich so viel Zeit genommen….und hat uns zugehört…uns in vielen Dingen die Augen geöffnet und schon am ersten Abend zum Nachdenken gebracht. Irgendwann kam Lucy an diesem Abend aus Ihrem Versteck und Tina konnte ihr von weitem ein paar Leckerlies zuwerfen…die sie auch nahm.

Wir beschlossen, wir vertrauen Tina und wollen das sie mit uns und Lucy arbeitet.

Wir haben “Hausaufgaben” von Tina bekommen

-haben einen Film über die Signale des Hundes an gesehen

-und sie hat uns gelehrt, auf unseren Hund zu achten….. Für uns völliges Neuland!!

Beim Spaziergang trafen wir täglich auf viel Unverständnis. ..bis dahin, das uns ein Vogel gezeigt wurde, wenn wir das Erlernte von Tina versucht haben umzusetzen. Die Menschen verstanden nicht das Lucy Zeit brauchte, keine Annäherung vertrug.

Tina hat uns immer wieder ermutigt. Hat uns “Markerwörter” an die Hand gegeben, Entspannungsübungen für den Hund gezeigt…..

Wir haben Videos gedreht, von Situationen beim Training oder bei verschiedenen Begebenheiten zu Hause. Tina hat sie angeschaut und uns jedes Mal sofort an angerufen und analysiert was wir verbessern konnten oder richtig gemacht haben. Sie hat uns beim Futter beraten, welches auch eine große Rolle spielt und wir das gar nicht wussten.

Sie ist zu uns nach Hause gekommen mit Ihren Hunden und hat mit Lucy und natürlich mit uns während des Spaziergangs gearbeitet. Sie hat uns aus so vielen Alltagssituationen raus geholfen……wo wir dachten…..das wird nie und nimmer wieder gut! Sie hat Spaziergange mit anderen Hunden organisiert, auf denen ich Lucy so glücklich gesehen habe, wie noch nie zuvor.

Lucy ist jetzt fast 9 Monate bei uns. Wir haben bis jetzt 4 Trainingsstunden mit Tina absolviert und wir haben einen völlig “neuen” Hund.

  • Sie freut sich jetzt wie ein kleines Kind, wenn sie die Leine klimpern hört.
  • Sie läuft nun hoch erhobenen Hauptes vor uns an der Leine.
  • Leute die zu Besuch kommen, behandelt sie mit Vorsicht….niemand darf sie anfassen, aber mittlerweile guckt die kleine Nase durch die Tür und sie läuft trotz der fremden Leute durchs Haus.
  • Sie findet spielen auf dem Hof super.
  • Und selbst unseren Nachbarn Basti mag sie und lässt sich von ihm mit Leberwurst füttern.
  • Sie hat wieder Freude am Leben und keine angsterfüllten Augen.

Wir sind sicher noch nicht am Ziel, aber wir sind mit Sicherheit – mit Tina – auf dem richtigen Weg.

Ich kann nur hoffen, dass dies hier viele Menschen lesen, den Mut bündeln und die Arbeit auf sich nehmen “ihrem” Hund zu helfen.

-Natürlich kostet es Geld…

-Natürlich kostet es Zeit…..

-Natürlich braucht man viel Geduld…..

Aber vor allem sollte man Tina an seiner Seite haben, die mit Ihrem fachlichen Wissen, aber auch mit viel Herz und Verstand für die Tiere, einem vermittelt, es wird alles wieder richtig……so …..wie es sein sollte und wie man das Beste aus der Situation machen kann….

LEUTE SCHEUT EUCH NICHT HILFE ZU HOLEN !!!

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Wir wünschen allen Hundebesitzern……Viel Glück!! Und gebt euer Tier nicht auf …

Und dir Tina weiterhin viel Erfolg!!! Und bleib so wie du bist….denn genau so….bist du richtig ☺

DANKE!!!!!

Deine Familie Fern

Mit Lucy und Spencer

(Umwelt) Lernen mit Spaß – ein Lern-Spaziergang in Bildern