Lernen Sie Ihren Hund zu verstehen!

Bettina Meisterjahn

(Umwelt) Lernen mit Spaß – ein Lern-Spaziergang in Bildern

Emmi – Rauhaardackel, 1,5 Jahre alt – konnte nicht aufhören zu bellen

Emmi - klein, süß, klug und ziemlich laut! Foto: Sabine u. Jörg R.

Emmi – klein, süß, klug und ziemlich laut!
Foto: Sabine u. Jörg R.

Von Anfang an wollten wir alles richtig machen. Wir haben uns belesen (obwohl Emmi bereits unser 2. Rauhaardackel ist),

unserer Meinung nach alles lehrbuchmäßig eingehalten und doch ist irgendetwas gehörig danebengegangen.

Sie war vom Tag als wir sie beim Züchter (mit knapp 10 Wochen) abholten, an sehr lebhaft und immer in Aktion. Welpen schlafen viel! Unser Welpe schlief nur nachts, zum Glück wenigstens dann.

Immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Natürlich haben wir dann versucht ihr Beschäftigung zu geben. Quietschtiere werfen, Decke zergeln, Knochen kauen usw. Nach einigen Tagen im neuen Zuhause fingen wir langsam damit an, Emmi an ihre Umwelt zu gewöhnen. Zuerst die Nachbarskinder, dann Familie und Freunde. Alles langsam und dosiert um sie nicht zu überfordern. Dann mal auf den Parkplatz des Baumarktes oder Supermarkt, zuerst immer etwas abseits des Betriebes.

Dann als Steigerung gelegentlich in den Baumarkt oder ins Möbelhaus. Alles prima, keine Angst. Selbstverständlich auch Welpenschule, damit aus ihr ein gut sozialisierter Hund wird. Ich habe einen netten Chef der mir auch erlaubt hat den Hund mit ins Büro zu nehmen, also stand einem glücklichen Hundeleben eigentlich nichts im Wege, so unsere Idee.

Doch allmählich wurde Emmi Menschen gegenüber immer unsicherer. Im Büro wurde jeder angebellt. Wenn sich die Kollegen näherten, zog sie sich zurück und bellte nur noch mehr. Kein Leckerchen konnte sie locken. Auch der kurze Fußweg zur Arbeit wurde für mich immer stressiger. Sobald eine Person in unserem Sichtfeld auftauchte, wurde Alarm geschlagen. Gehstöcke, Kinderwagen, Rollatoren etc. waren ganz extrem gefährlich! Irgendwann reagierte sie auch auf kleine Kinder die sich schnell bewegten oder laufen und spielen. Nur in der Hundeschule war sie wie ausgewechselt, vergnügt, zutraulich und von allem und jedem (auch Menschen) begeistert.

Wir wussten nicht mehr wie es weitergehen sollte, da Emmi ja auch im Haus sehr anstrengend war.

Sie hat tagsüber nie geschlafen, wenn wir sie nicht bespielt haben, hat sie Blödsinn gemacht.

Teilweise hat sie auch uns angeknurrt oder in Hosenbeine gebissen. Zufrieden war sie nur, wenn wir ihr einen Ball geworfen haben (dachten wir).

Foto: Sabine u. Jörg R.

Foto: Sabine u. Jörg R.

Wir waren mit unserem Latein am Ende und auch mit den Nerven!!

Die Er”lösung” kam durch unsere Tierärztin in Sundern. Daher kam der Tipp sich an Frau Meisterjahn zu wenden.

Der 1.Besuch fand die erste halbe Stunde bei uns im Hausflur statt, wo Emmi sie ununterbrochen anbellte und sich keinen Schritt an sie heran traute. Frau Meisterjahn verhielt sich ganz ruhig und geduldig. Machte sich klein, drehte sich weg, senkte den Kopf, beschwichtigte Emmi. Dann kamen Leckerli dazu, zuerst in Emmis Richtung geworfen, dann immer näher zu sich heran und dann so, dass Emmi an ihr vorbei musste um an die Belohnung zu kommen.

Als das klappte, Emmi sich beruhigt hatte, konnten wir auch ins Wohnzimmer gehen und haben ein sehr langes Gespräch geführt. Viele Fragen beantwortet, Fragen gestellt und Antworten und Erklärungen bekommen. Wir hatten nur das Beste gewollt und doch für diesen speziellen Hund ganz viel falsch gemacht. Das sind nun sehr individuelle Dinge, die sich nur begrenzt auf andere Hunde übertragen lassen. Aber wir haben von diesem Tag an unseren Hund ganz anders gesehen und auch behandelt. Wir müssen uns sein Vertrauen kleinschrittig erarbeiten, das wollen wir und das schaffen wir.

Foto: Sabine u. Jörg R.

Foto: Sabine u. Jörg R.

Es braucht viel Zeit und natürlich Geduld, der Erfolg gibt uns und vor allem Frau Meisterjahn recht. Unser Trainingsweg ist noch lange nicht zu Ende, er ist aber nicht mehr unüberwindbar. Ohne das Rüstzeug das Frau Meisterjahn uns an die Hand gegeben hat, wären wir heute nicht da, wo wir sind. Emmi geht es besser, sie ist viel ruhiger geworden, entspannt sich schneller und schläft auch am Tage mal!

Von Herzen ein dickes DANKE und noch viel Spaß und Erfolg bei Ihrer Arbeit:)

 

Jörg und Sabine R. aus Neuenrade

Rontu – Hütehund-Mix, 1,5 Jahre alt – biss mehrfach seine eigene Familie

 

Rontu - Border Collie - Harzer Fuchs Mix

Rontu – Border Collie – Harzer Fuchs Mix

Schon mit etwa einem halben Jahr fing Rontu an, uns gegenüber, also seinen eigenen Familienmitgliedern, aggressiv zu werden. Er klaute Socken oder Trockentücher und wollte diese nicht mehr hergeben. Er knurrte uns an, fletschte, schließlich biss er irgendwann sogar zu. Er klaute Fernbedienungen vom TV, Mäuse vom PC, Wurst und Käse vom Tisch, wir schauten zu und hatten keine Chance, etwas daran zu ändern. Und weil wir nicht weiter wussten, suchten wir Hilfe im Internet.

Dabei wurde ganz schnell klar: Hütehunde (Rontu ist eine Mischung aus Border Collie und Harzer Fuchs) sind anders, als die Hunde, die wir bisher hatten. Wir erfuhren über Hütehunde, dass diese sehr schlau sind und unbedingt Aufgaben brauchen wie z.B. Agility oder Kopfarbeit, wir erfuhren auch, dass Hütehunde nur bedingt als Familienhunde geeignet sind. Und wir lasen zum ersten Mal, dass es „Angsthunde“ gibt. Die Parallelen zu Rontu waren offensichtlich.

Wir hörten also auf, Rontu anzuschreien, wir hörten auf, ihn zurechtzuweisen, wir nahmen nur noch Rücksicht auf ihn, wir wurden zu ordentlichen, aufgeräumten Menschen und ließen nichts mehr liegen – versuchten es zumindest. Wir forderten ihn mit Bällchen- und Leckerchensuchspielen. Rontu wurde ruhiger, wir auch, aber eigentlich änderte sich nichts an Rontus Verhalten, im Gegenteil. Abends kam es immer öfter vor, dass er uns anknurrte und nicht in seine Nähe ließ.

Auch die vielen vergeblichen Versuche in verschiedenen Hundeschulen  (Originalton: “bevor man mit dem arbeiten kann, muss er erst mal kastriert werden”) brachten uns nicht weiter. Rontu wurde zu einem Hund, der seine eigenen Familienmitglieder biss. Für uns total unkontrollierbar, eigentlich untragbar. Irgendwann waren wir angekommen an dem Punkt, wo wir sagten: Beißt er noch ein Mal ohne Grund, muss er eingeschläfert werden.

Es kam, wie es kommen musste: Rontu biss unseren Sohn beim Bällchen-Werfen.

Mit Tränen in den Augen (wir alle hatten uns schon innerlich von diesem eigentlich so lieben tollen Hund verabschiedet) fuhr ich am nächsten Morgen zum Tierarzt nach Stemel. Dort angekommen, konnte ich nicht mal mehr sagen, was ich eigentlich vorgehabt hatte. Ich fragte, nachdem ich unsere Probleme mit Rontu lang und breit geschildert hatte, nur nach einem Hundetrainer, der uns weiterhelfen könnte. Die Antwort kam spontan: „Wir arbeiten hier zusammen mit Frau Meisterjahn. Die ist wirklich gut, wenn ihnen eine helfen kann, dann sie.“

Ich ging aus der Praxis (zum Glück mit und für Rontu) mit einer Telefonnummer, die ich schon vom Parkplatz aus wählte. Und schon nach wenigen Minuten Telefonat wusste ich: Hier bist du endlich richtig.

Bei der Vorbesprechung bei uns zu Hause bestätigte sich mein erster Eindruck: Tina Meisterjahn ist ein Mensch, der sich Zeit nimmt. Nicht nur Zeit für Hunde, auch Zeit für die Menschen, die hinter diesen Hunden stehen.

Alle meine Fragen und Ängste wurden besprochen. Vor allem gefiel mir sofort ihre innerliche Ruhe. Rontu durfte Tina ganz langsam und nur durch Eigeninitiative kennen lernen. Ich habe diese Erfahrung mit noch keinem Menschen gemacht, ohne nicht vorher genaue Instruktionen gegeben zu haben, wie Mensch sich unserem Hund gegenüber verhalten muss, damit er nicht gebissen wird. Der Unterschied zur klassischen Hundeschule wurde sofort klar: die Hundepsychologin will nicht dressieren, sondern verstehen und den Hund umlenken. Nicht nur den Hund, sondern auch den Menschen. Rontu blieb während der Vorbesprechung die ganze Zeit an der Leine – Sicherheit ist oberstes Gebot.

Nach einigen Übungsstunden zeigten sich die ersten Erfolge. Rontu fing an, sich an uns zu orientieren. Aus Grundkommandos wie Sitz oder Platz wurde ein Spiel, der Zwang war weg. Ein großer Leinenzieher war er nie, aber nun lernten wir, wie wir auch in Konfliktsituationen Ruhe bewahren können. Rontu folgte uns plötzlich gerne.

RontuWenn Rontu heute knurrt oder warnt, wissen wir, wie wir reagieren müssen, aber besonders wichtig ist, wir haben gelernt, solche Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen. Von vielen Dingen, von denen wir dachten, sie seien allgemeingültig für alle Hunde, mussten wir uns verabschieden. Zum Beispiel, dass Agility ein passender Ausgleich für Hütehunde ist. Unseren Hund würde Agility einfach nur nervös machen.

Hund ist nicht Hund. Umso wichtiger ist es, sich wirklich vor dem Kauf eines Hundes Gedanken zu machen, welcher Hund es denn sei sollte. Wir hatten uns mit Absicht einen Hütehund ausgesucht, nicht wissend, welche Probleme auf uns zukommen.

Natürlich gibt es immer wieder kleinere Rückfälle und viele Situationen, die wir noch nicht meistern können. Aber wir üben weiter und haben in Tina Meisterjahn endlich eine Ansprechpartnerin gefunden, die uns dabei mit vielen Tipps und Tricks zur Seite steht! Der Weg ist das Ziel…

Für diejenigen, die unseren Weg etwas mitverfolgen möchten, habe ich meine Eindrücke von ersten Gespräch mit Tina Meisterjahn bis heute festgehalten.

 

Erstes Telefongespräch – Parkplatz Tierarztpraxis

Ich weiß nicht, ob es richtig war, mit dem Hund wieder aus der Praxis zu gehen.

Ich will mir nicht irgendwann sagen müssen: Du wusstest es doch vorher, warum hast du den Hund nicht einschläfern lassen? Unser Sohn ist mir wichtiger als unser Hund, aber ich gebe unserem Hund noch eine allerletzte Chance. Ich rufe die Festnetznummer an, keiner geht dran. Ich mag nicht telefonieren, überwinde mich aber und rufe sogar die Handynummer an, die ich bekommen habe.

„Meisterjahn“… ich erzähle, woher ich die Nummer habe und warum ich anrufe. Das, was ich höre, nachdem ich unsere Probleme geschildert habe, erstaunt mich.

Ab sofort kein Bällchenspiel mehr, auch mit seinem bestem Kumpel Otto soll Rontu erst mal nicht mehr spielen. Erst müsse klar sein, dass Rontu keine Schmerzen hat. Und Rontu müsse ruhiger werden und lernen, runterzukommen. Das Spielen mit Bällchen und Otto pushe ihn hoch, das wilde Spiel mit Otto frustriere ihn möglicherweise sogar, denn Rontu wird oft einfach überrannt von Otto.

Wir vereinbaren einen ersten Termin, nur so, zum Kennenlernen.

 

Vorbesprechung – es passt.

Ich bin aufgeregt. Wen erwarte ich da? Wie soll ich mich verhalten? Zum ersten Mal kommt eine Hundepsychologin zu uns, bis jetzt waren es immer wir, die Hundetrainer aufsuchten. Kann sie uns wirklich helfen?

RontuAls ein Auto auf unseren Hof abbiegt, weiß ich, das kann nur Frau Meisterjahn sein. Sie steigt aus und begrüßt mich gar nicht. Sie steht nur da, dreht mir und Rontu den Rücken zu und dreht sich ab und zu mal um, um etwas zu unserem Hund zu sagen. Nach einer gefühlten Stunde sagt sie endlich „Hallo und guten Tag erst mal“ zu mir.

Mir gefällt das. Es mag befremdlich vorkommen, mit jemanden zu sprechen, der einem dem Rücken zudreht, aber es macht die Situation einfacher. Denn ich kenne ja unseren Hund, und der mag keine fremden Menschen, die direkt auf ihn zugehen. Wie ich mich verhalten soll, frage ich mich nicht mehr, denn hier habe ich eindeutig einen Menschen vor mir, der mir diese Frage im Moment des Aussteigens aus dem Auto abgenommen hat. Ich muss unseren Hund nicht erklären. Sie versteht ihn auch ohne Worte.

Auf dem Weg zur Terrasse durch die Wohnung muss ich mich ständig umdrehen, weil ich das Gefühl habe, dass sie gar nicht mitkommen will. Endlich angekommen, erklärt sie mir, dass Rontu ihr deutlich gezeigt habe, dass sie hier nichts zu suchen hätte und sie ihn immer wieder beschwichtigt hätte. Oh, das habe ich gar nicht mitbekommen.

Dann sitzen wir lange auf der Terrasse und reden sehr viel. Ich frage, sie antwortet. Ich bekomme ausführliche Antworten, präzise, genau auf Situationen abgestimmt, genau passend zu unserem Hund. Woher weiß sie das alles? Wie kann sie in so kurzer Zeit unseren Hund so gut einschätzen? Kein Vergleich zu meinen vielen  Internetsitzungen!

Egal. Es passt, und das ist gut so.

 

1. Übungsstunde 

Rontu kann sich an Tina erinnern, freut er sich? Ich kann sein Verhalten nicht richtig deuten, habe den Eindruck, er freut sich, vorsichtig, ängstlich wie immer.

Wir fangen an mit Leinentraining, Tina hatte es ja schon angekündigt. Wieso das? Wir wollen doch nur, dass er nicht mehr beißt. Rontu ist nie der große „Leinenzieher“ gewesen, deswegen bin ich etwas pikiert, sage aber nichts. Während der Stunde wird mir klar, was Tina schon in der Vorbesprechung sagte: Es geht nur in ganz kleinen Schritten.

Und damit haben wir Erfolg. Denn nachdem ich es endlich schaffe, die Sache einigermaßen richtig zu koordinieren, merke ich: Rontu reagiert auf mich, endlich kann er mich „lesen“, und es macht ihm großen Spaß mir zu folgen. Er freut sich, und ich mich auch. Ich bin gespannt aufs nächste Mal.

 

2. Übungsstunde 

Tina kommt! Rontu freut sich, zeigt aber noch Beschwichtigungsverhalten. Ich sehe es erst nur an Tinas Reaktion, die sich deutlich von ihm abwendet und mir das auch sofort erklärt: Rontu läuft einen weiten Bogen, um sich ihr zu nähern und beschwichtigt dabei. Tina geht auf seine Beschwichtigung ein und zeigt ihm durch Gestik, dass sie keine Bedrohung darstellt.

Dann muss ich zeigen, wie gut ich meine Hausaufgaben gemacht habe. Na ja, schon die ganze Woche hatte ich Schwierigkeiten, die Übungen durchzuführen, denn ich habe einen Dickkopf und kann alles besser. Ich will einfach nicht glauben, dass meine alten Kommandos ab sofort nebensächlich sind, denn es funktionierte doch immer…. Einigermaßen.

Schaue ich allerdings Tina zu, die die gleichen Übungen mit dem gleichen Hund macht, sieht das ganz anders aus. Okay, ich nehme mir für die nächste Woche vor, meinen Dickkopf zu überlisten. Fragt sich nur wie…

Am Ende der Stunde stelle ich endlich die Frage, die mir schon die ganze Zeit auf der Zunge brennt: Was ist mit den Grundkommandos, die Rontu nicht beherrscht und unsere Angst, dass er wieder zubeißen könnte? Ich bekomme eine ausführliche Antwort mit einem mir schlüssigen Übungstraining. Gut, dass ich noch schnell gefragt habe.

3. Übungsstunde

Natürlich habe ich es nicht geschafft, meinen Dickkopf zu überlisten. Auch das Übungstraining war mir im Nachhinein dann doch nicht mehr schlüssig…Ich frage noch mal fast die gleiche Frage und erkläre, dass nicht ich, sondern die Anderen ein Problem mit unserem Hund haben. Und wieder bekomme ich eine lange, geduldige Antwort.

Ich glaube, dieses Mal habe ich kapiert, worum es geht: Rontu hat kein Vertrauen in Menschen, auch nicht in mich. Er will ein Team mit seinem Partner sein, den Partner verstehen können und ihm folgen. Das geben wir ihm nicht, wir sind nicht eindeutig in unserer Körpersprache. Wir verwirren und frustrieren ihn. Deswegen ist er unsicher, akzeptiert uns nicht, fühlt sich sogar von uns bedroht und beißt dann zu. Über das neue Leinentraining kann er lernen, eine  Bindung mit uns einzugehen, kann lernen, sich führen zu lassen. Vorausgesetzt, wir Menschen lernen, fair zu agieren und uns und den Hund besser zu beobachten. Das geht jetzt sogar in meinen Dickkopf rein, ist doch logisch…

 

4. Übungsstunde 

Inzwischen haben wir viel geübt. Rontu läuft kurze Strecken neben, nicht vor mir, lässt sich in entspannten Situationen abrufen und hat das Kommando „Platz“ dazugelernt. Es hat sich offensichtlich gelohnt, die Anweisungen für die Übungen genau zu befolgen!

Doch schon bei der ersten neuen Übung bekomme ich einen kleinen Dämpfer: „Wir hatten doch gesagt…“. Ach ja. Vergesslich, wie ich bin, gibt Tina mir den guten Tipp, den sie mir auch schon bei der Vorbesprechung gegeben hatte, noch mal: Alles sofort aufschreiben und dann konsequent die passenden Signale an passender Stelle anbringen.  Trotzdem wird es noch eine tolle Stunde, Rontu lernt mit 1 ½ Jahren endlich das „Bleib“ kennen und ich schaffe es, mich mehr als 5 Schritte von ihm zu entfernen, ohne, dass er aufsteht. Ein Riesenerfolg für uns!

Insgesamt ist inzwischen aus dem unkontrollierbaren und unberechenbaren Hund ein ruhiger und fast entspannter Partner geworden.  Und ich weiß: da geht noch viel mehr und bin gespannt auf die nächsten Übungsstunden!

Mein Erfahrungsbericht hört hier auf mit einer Empfehlung an alle, die so verzweifelt sind, wie wir es waren:

Tina Meisterjahn als Hundepsychologin arbeitet anders als die Hundetrainer, die uns auf unserer Suche nach Hilfe begegnet sind.

Vielleicht wird auch euer Zusammenleben von Mensch und Hund mit Tinas Hilfe harmonischer. Ein Versuch ist es wert…

 

Rontu und Familie sagen „Danke!“

Rasmus – Jack Russel Terrier – Artgenossen – / Leinenaggression

Rasmus Foto: Melina G. aus Sundern

Rasmus
Foto: Melina G. aus Sundern

Mein Name ist Rasmus ich bin ein 4 Jahre alter Jack Russel Terrier.

Am liebsten bringe ich mein Frauchen zu Verzweiflung. Mein Glück – sie liebt mich trotzdem abgöttisch.

Wenn ich lange genug etwas versuche gibt sie meinem treuen Blick und meiner -ich gebe zu-“penetranten” Beharrlichkeit nach. So konnte ich schon früh mit ihm Bett schlafen oder auch mich nur hinsetzten wenn ich es wirklich will.

Aber am meisten regte ich sie auf, wenn ich bei der Begegnung mit anderen Hunden mein volles Programm abzog. Das wäre mich voll in die Leine zu schmeißen und so laut zu bellen wie ich kann. Angriff ist eben die beste Verteidigung. Meine Knie tun manchmal weh und ich habe Angst mich nicht wehren zu können. Außerdem drückte mich dieses doofe Geschirr und hat heftig gezwickt immer wenn ich andere Hunde sah.

Dann kam der Tag als mein Frauchen sich mit einer Bekannten unterhielt die bei einer Hundepsychologin waren. Ab da änderte sich mein Leben. Sie telefonierte mit Frau Meisterjahn und die kam auch bald zu Besuch. Es wurde viel über mich gesprochen. Frauchen und Herrchen bekamen viele Tipps und praktische Anleitungen für mich. Sie fanden das super und suchten öfter das Gespräch mit Tina. Anfangs fand ich das nicht so toll aber meine Futterlieferanten waren voller Euphorie. Dann hab ich gemerkt das sie mich besser verstehen, mehr mit mir machen und es macht richtig Spaß! Also DANKE Tina!

Sie waren mit mir beim Tierarzt und ich bekam etwas für meine Knie. Ein neues Geschirr habe ich auch bekommen – und zwar maßgeschneidert- jawohl! Ich wollte es zuerst auch nicht anziehen. Doch es gab echt leckere Übungen dazu und ich stellte fest, dass es gar nicht zwickte. Dann haben wir geübt an der Leine zu laufen. Aber anders als sonst. Als das klappte habe ich mich mit einer netten Hundedame getroffen. Was hatte ich erst eine Panik zu Anfang! Doch ich musste nie direkt zu ihr und Frauchen hat mich beschützt und mir einen Ausweg gezeigt. Dann war es auf einmal gar nicht mehr schlimm und wir sind gemeinsam über die Wiesen geflitzt.

Dabei ist mir auch aufgefallen das es nicht schön ist meine Zeitgenossen anzubellen, es ist viel schöner gemeinsame Ausflüge und Spielnachmittage zu machen. Manchmal gehen wir mit einem ganzen Rudel spazieren. Ein tolles Gefühl! Da hab ich echt was verpasst. Herrchen und Frauchen gehen ganz entspannt mit. Sie haben manchmal noch Fragen an Tina und mit ihren Tipps ist unser Zusammenleben ruhiger und Schöner geworden. Von mir aus darf Tina uns öfter besuchen.

Euer Rasmus

Merlin – Großpudel – wild und stürmisch

Hallo…

Merlin und Yoda Foto: Sabine Krick aus Sundern

Merlin und Yoda
Foto: Sabine Krick aus Sundern

Ich heiße Sabine Krick und wohne mit meinem Mann und unseren zwei Hunden in Sundern/Sauerland. Yoda ist ein drei jähriger Malteserrüde. Er ist klein und durch eine Rückenverletzung etwas in seiner Bewegung eingeschränkt, dennoch ist er ‘voll gut drauf ‘! Der zweite Hund heißt Merlin, ist ein jetzt zehn Monate junger Großpudelrüde und ist genauso gut drauf!

Nun gut, bis zehn/zwölf Monate hat ‘Hund’ noch viel ‘Kasper’ im Kopf und ist nicht immer leicht davon zu überzeugen gaaanz ruhig und gelassen zu sein… ;)! Besonders bei der Leinenführigkeit gab es große Defizite. Er meckerte jeden Hund an dem wir begegneten und zog was die Leine hergab! Alles ist interessant und in seinen Augen nur zum Hinterherjagen vorhanden. Nun ja, nachvollziehbar aus seiner Sicht, doch nicht akzeptabel für mich!

Da beide Hunde sehr lieb sind (und es auch bleiben sollen), fiel es uns schwer den passenden Ansprechpartner zu finden. Ich suchte jemanden, der das Wesen von Merlin erkennt und feinfühlig und respektvoll im Umgang sowohl mit Merlin als auch mit mir ist.

Mein Mann und ich hörten uns um und fragten und hörten…Alle Hundeschulen die wir fanden, hielten wir nicht für geeignet… so gingen wir nirgendwo hin und kamen vorerst auch klar. Wir dachten: “…lieber erst einmal eine gute Beziehung aufbauen…“ Was uns auch gelungen ist.

Dann setzte ich mich hin und begab mich ins Internet. Ich suchte unter Hundetherapie/ Hundeschulen Sundern und eine ganze Reihe Hundeschulen taten sich auf. Und es zeigte sich auch Hundepsychologie-Sundern Bettina Meisterjahn! Ich ging sofort auf ihre Seite und war beeindruckt! Ich hoffte nur, dass das was dort stand (steht) auch wirklich so ist (ich habe auch schon andere Erfahrungen gemacht) und rief direkt an. Na, lange Rede…Es ist noch viel besser!!!

Wir haben jetzt schon einige Stunden absolviert und Merlin ist an der Leine nicht wiederzuerkennen. Dank dem neuen Brustgeschirr und den wirklich konsequent durchgeführten Übungen machen wir riesen Fortschritte (siehe Videos). Selbst Hundebegegnungen an der Leine sind Dank Bettina Meisterjahn entspannter, da ich jetzt sicherer bin und somit auch gelassener! Ich denke wir benötigen noch die ein oder andere Stunde der Anleitung, doch ich bin seeeeehr zuversichtlich, dass sich der ‘Hopser’ in Merlin bald verabschiedet und seine Unsicherheit mitnimmt…

Und hier noch die Videos. Auf dem ersten ist Merlin noch sehr aufgeregt und wild, springt unkontrolliert umher. Ich habe mühe ihn zu halten.

Hier haben wir schon drei Trainingsstunden hinter uns. Und wir haben fleißig geübt und alle Tipps genau befolgt. Merlin ist wie ausgewechselt!

DANKE BETTINA

 

Shakira – Jack-Russell-Mischling – Leinenaggression

Shakira - "bester Hund der Welt" Foto: Claudia W. aus Sundern

Shakira – “bester Hund der Welt”
Foto: Claudia W. aus Sundern

Seit 6 Jahren lebt Shakira (Jack-Russell-Mischling, „bester Hund der Welt“) bei mir („das Problem“), sie ist ein absoluter Wunschhund, mit ihr ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen, sie macht meine Familie und mich sehr glücklich.Bevor ich sie zu mir geholt habe, lebte sie für ein paar Wochen im Tierheim, sie war ein Fundtier, über ihre Vergangenheit konnte man mir leider nichts sagen, sie war offensichtlich noch sehr jung und entsprechend ungestüm und lebensfroh, obwohl sie anscheinend schon einiges mitmachen musste bis dahin. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass sie ein Problem mit älteren Herren mit Gehhilfen oder Spazierstöcken hat, sie wollte an Säcken nicht vorbei gehen, hatte große Trennungsängste und ist bei jeder Fußbewegung hochgeschreckt. Leinenführigkeit und die Grundkommandos mussten wir mit viel Liebe und Geduld gemeinsam erarbeiten.

Wir haben damals noch nicht im Sauerland gelebt und in ihrem damaligen Zuhause hatte sie aus Hundesicht den Himmel auf Erden. Rund um das Haus Felder, Wiesen, Wälder, kleine Bäche und viele Freiheiten. Sie durfte stundenlang Löcher graben, sie ist mit ihrer Frisbee-Scheibe über die Wiesen geflitzt, hat im Bach gespielt, konnte sich auf allen Spazierwegen ohne Leine frei bewegen.

Mit anderen Hunden hat es auch gut geklappt, anfangs hat sie die Hunde an der Leine ignoriert, als ich sie dann nach ein paar Wochen ohne Leine laufen lassen konnte, hat sie den Kontakt gesucht und mit vielen Hunden getobt und gespielt, sie hatte später auch eine beste Hundefreundin. Irgendwann hat sich das Bellen an der Leine bei Hundebegegnungen eingeschlichen, ich habe sie dann mit ihrer Frisbee-Scheibe abgelenkt, was auch meistens sehr gut funktioniert hat. Damals habe ich noch nicht gewusst, dass sie vermutlich in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht hatte, ich habe das für eine kleine Marotte gehalten.

Nach vier Jahren mußten wir ins Sauerland umziehen, in der Nachbarschaft wohnte eine braune Labrador-Hündin, sie lief frei umher und irgendwann tauchte sie auf unserer Wiese auf und hat mein Mädchen attackiert. Mir hat das einen riesen Schreck eingejagt, ich habe so etwas vorher nicht erlebt und meine Kleine so zu sehen, hilflos, schreiend, war wohl der Auslöser für unsere späteren Probleme. Sie wurde auch  nochmal von dem Labrador angegriffen und dann sind wir erneut umgezogen und dort ist sie dann auch von einem anderen großen Nachbarshund attackiert worden.

Shakira Foto: Claudia W. aus Sundern

Shakira
Foto: Claudia W. aus Sundern

Wir hatten im Laufe der Zeit noch einige unschöne Hundebegegnungen, immer beim spazieren an der Leine, frei laufende, große Hunde kamen mit gefletschten Zähnen auf uns zugestürmt, haben zum Teil auch nach Shakira geschnappt, es kam zu Rangeleien, Shakira hat sich immer untergeordnet, ich war hilflos. Für mich wurde das Spazieren zum Spießrutenlauf, ich musste immer damit rechnen, dass etwas passiert. Ich wurde immer unsicherer, das übertrug sich auf Shakira und sie hat schon einen großen Wirbel veranstaltet wenn sie einen Hund aus großer Distanz gesehen hat. Irgendwann war es unmöglich an den anderen Hunden vorbei zu laufen, sie blieb schon in 20m Entfernung stehen, bellte was das Zeug hielt, wollte los stürmen, war kaum zu halten, ein Umkehren war auch nicht möglich. Ich hatte schon Magenschmerzen wenn ich mit ihr losgelaufen bin und war schließlich an einem Punkt angelangt, wo ich überhaupt nicht mehr mit ihr spazieren gehen wollte, ich war nervlich am Ende.

Mir war klar, dass ich Hilfe brauche damit nicht irgendwann doch noch etwas Schlimmes passiert. Also habe ich zum Laptop gegriffen und gegoogelt, Hundeschulen schienen mir für meine Situation nicht geeignet, ich wollte eine persönliche, individuelle Beratung. Ziemlich schnell bin ich auf Bettina Meisterjahn gestoßen und was ich über sie gelesen habe, hat mich voll überzeugt. Mir war eine liebevolle, gewaltfreie Therapie wichtig für uns, außerdem wollte ich die Körpersprache von Shakira verstehen lernen, ich wollte fremde Hunde besser einschätzen lernen und vor allem an meinem Verhalten und meiner Körpersprache arbeiten.

Wir haben uns zu einem ersten Gespräch bei mir zuhause getroffen, sie hat sich sehr viel Zeit genommen, ich habe ihr alles über Shakira’s bisheriges Leben und unsere Probleme erzählt. Sie hat Shakira in ihrem häuslichen Umfeld beobachtet und hat mir ein paar erstaunliche Dinge über meinen Hund sagen können, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe. Ich hatte im Vorfeld die Befürchtung, dass ich mein Leben mit Shakira komplett auf den Kopf stellen muss, sie ist sehr verwöhnt und wird von allen im Haus betüddelt. Aber letztendlich waren es nur Kleinigkeiten, die ich verändern musste, wie Frau Meisterjahn so schön formuliert hat: Vom verwöhnt werden ist noch keiner gestorben. J Wir haben direkt eine Übung als Hausaufgabe für den nächsten Termin bekommen, ich war sehr erleichtert verstanden zu werden und Hilfe zu bekommen.

Leider hat die Hausaufgabe nicht so gut funktioniert, ich war sehr enttäuscht über mich selbst, weil ich es nicht hinbekommen habe, ich war noch zu angespannt und habe mich selbst unter Druck gesetzt. Frau Meisterjahn hat mich aber beruhigt und einen anderen Weg vorgeschlagen. Sie war auch die ganze Zeit über telefonisch für mich da, ich konnte sie jederzeit anrufen wenn ich Fragen hatte.

Wir sind zusammen spazieren gegangen und sie hat mir Shakira’s Körpersprache erklärt, ich habe gelernt wie mein Verhalten auf Shakira wirkt und dass ich damit unbewusst die Aggression hervorgerufen und sogar einen Konflikt zwischen den Hunden geschürt habe. Sie hat mir ein paar einfache Übungen gezeigt, mit denen ich jetzt problemlos an anderen Hunden vorbei gehen kann. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass wir nach drei Stunden schon so weit sind, dass wir sechs Hundebegegnungen bei einem Spaziergang ohne Angst und bellen meistern können. Mein Selbstbewusstsein ist dadurch auch größer geworden, ich gehe Hunden nicht mehr aus dem Weg. Da ich andere Hunde jetzt auch besser einschätzen kann, lasse ich mittlerweile sogar Kontakt an der Leine zu und tatsächlich passiert nichts, weil ich jetzt viel entspannter bin. Und selbst wenn ein Hund ohne Leine auf uns zukommt, gerate ich nicht mehr in Panik. Klar, manchmal rutscht mir schon noch das Herz in die Hose, aber ich traue meiner Kleinen jetzt viel mehr zu und ich weiß jetzt, wie ich im Zweifelsfall reagieren muss. Wenn mir eine Situation zu heikel ist, habe ich jetzt die Möglichkeit umzudrehen und wegzugehen, das war vorher ja auch nicht möglich. Das Verhältnis zwischen Shakira und mir ist noch intensiver geworden, sie orientiert sich viel mehr an mir und fängt wieder an mir zu vertrauen.

 

Shakira die glückliche Foto: Claudia W. aus Sundern

Shakira die glückliche
Foto: Claudia W. aus Sundern

Frau Meisterjahn hat uns auch ein neues Geschirr und eine neue Leine besorgt, darüber bin ich sehr froh, wir hatten von Anfang an ein großes Problem das passende Geschirr zu finden. Die neue Leine fühlt sich auch besser an und gibt uns noch mehr Sicherheit unterwegs.

Die Therapiestunden haben mir sehr viel Spaß gemacht bisher, es läuft alles total locker ab, es wird auch viel gelobt und bestätigt, die Hilfestellungen sind sehr leicht zu verstehen und umzusetzen und man lernt unglaublich viel über den Hund an sich und auch über sich selbst.

Ich kann Bettina Meisterjahn nur wärmstens weiter empfehlen, das habe ich natürlich auch schon fleißig getan und ich bedanke mich für die tolle Unterstützung. Da wir noch ein, zwei andere Baustellen haben, werde ich mich auch weiterhin an sie wenden.

(Da ich immer wieder gefragt werde wie ich auf den Namen „Shakira“ gekommen bin: den Namen hat man ihr im Tierheim gegeben und er heißt übersetzt „die Dankbare“, was auf sie absolut zutrifft.)

Vielen Dank für die große Unterstützung und weiterhin viel Erfolg wünschen Claudia W. und Shakira!

Finley – Italienisches Windspiel – Umweltängste

Finley Foto: Verena Könke-Kühlkamp

Finley
Foto: Verena Könke-Kühlkamp

Unsere Leidenschaft sind die Windhunde, insbesondere die Galgos aus Spanien. Bis vor 7,5 Jahren hatte ich überhaupt keine Hundeerfahrung, als unser erster Pflegehund einzog, ein vom Leben bzw. Menschen schwer gebeutelter, einige Jahre alter Galgoherr, unsicher, ängstlich gegenüber Menchen, unsicher gegenüber Hunden. Ich habe viel mit Robyn  gearbeitet, im Laufe der Jahre mehrere Pflegehündinnen gehabt, von denen eine hängen blieb, die auch nicht einfach war. Unser Robyn war die letzten Jahre zwar ein sehr ruhiger, aber in sich ruhender, freundlicher, zufriedener Hund, der den Menschen sehr zugetan war.

Ich glaube also, dass ich nicht ganz ohne Hundewissen bin und war, als ich mir einen Traum erfüllte und vor zwei Jahren ein Italienisches Windspiel von einer Züchterin ins Haus holte. Der Kleine war leider schon 13 Wochen alt und ich war mir bewusst, dass es schwierig werden könnte, da er uns auch schon mit sechs Wochen, als wir ihn besuchten, angeknurrt hat. Problem war, dass er zwar liebevoll aufgezogen wurde, aber Einzelwelpe war und die Züchterin zwar alles für ihre Hunde tut, aber bei einem Einzelwelpen sehr viel mehr Sozialisation nach außen nötig ist und spezielles Training, so lange er noch ganz klein ist.

Finley zeigte sich von Anfang an unsicher und ängstlich draussen gegenüber fremden Hunden und Menschen, er orientierte sich nicht an uns, wie das normalerweise ein Welpe tut, sondern kontrollierte und scannte, so klein wie er war, die Umgebung und handelte auf eigene Faust.

Ich habe versucht, alles umzusetzen, was ich wusste, er ging mit meinem Mann in die Welpenschule, die wir abgebrochen haben, da er im Freilauf entweder von größeren Welpen gejagt wurde oder die anderen nicht mit ihm spielen wollten, weil er nur rannte, zu schnell war und das Spielen und Balgen miteinander nicht kannte. In den Übungsstunden draussen konnten wir ihn nicht für den Freilauf ableinen.

Also ging das Training allein weiter. Der Grundgehorsam war kein Problem, Finn ist folgsam, nur seine Ängste blieben.

Letztes Jahr zogen wir dann von Niedersachsen ins Sauerland. Anfang Januar 2013 musste unsere Hündin, die Bezugshund und Spielpartner für Finn war, eingeschläfert werden. Ein Pflegegalgo zog ein, ein sehr lieber, lustiger aber auch stürmischer kastrierter Rüde. Finn versuchte ihn von Anfang an zu kontrollieren, er war hin und her gerissen zwischen Rennen wollen und Angst haben, weil Figo so stürmisch war. Ich hatte Angst, dass es unserem Pflegehund irgendwann zuviel werden und er Finn angreifen könnte.

Eine normale Hundeschule kam für mich nicht mehr infrage, da ich auch mit meiner Hündin in zwei Hundeschulen nach Schema F keine Lösung für ihr Verhalten fand. Windhunde sind einfach anders! Die Tierärztin empfahl mir dann Bettina. Erst beäugte ich das Ganze misstrauisch, braucht mein Hund eine Psychologin? Was macht die?

Das Erstgespräch war lang und aufschlussreich. Eine Anamnese und Therapieplan wurde erstellt. Nach manchen Stunden dachte ich – und, was hat das jetzt gebracht, was haben wir heute erarbeitet? Aber das Verhalten von Finn änderte sich, weil ich auf bestimmte Dinge achtete. Hatte er mich manchmal in die Verzweiflung getrieben, weil ich nicht verstand, warum ein Hund, der unter wesentlich besseren Umständen aufgewachsen ist, als die meisten Galgos je erleben dürfen, solche „Macken“ zeigt, konnte ich ihn langsam verstehen. Eine Stunde war das absolute „Aha“-Erlebnis“. Ich hatte immer Angst um Finn, weil er allein auf andere, größere Hunde zulief, sich steif machte und knurrte – es hätte ja sein können, dass er irgendwann gepackt wird. Also habe ich immer versucht, andere große, unangeleinte Hunde wegzuschicken, wie ich es in der Hundeschule gelernt habe. Das gelang mir aber oft nicht. In dieser Stunde kam ein großer Retriever geradewegs auf uns zugelaufen, ich in Panik nach vorne, wollte ihn wegschicken, er ließ sich nicht beirren. Bettina griff ein und sagte mir, dass dieser Hund völlig entspannt sei und ich Finn laufen lassen sollte. Es ging alles gut! Finn zeigte dem anderen, dass er auf Abstand bleiben sollte. Das tat er, Finn entspannte sich! Später, in einer anderen Begegnung an der Leine, ließ sich Finn von mir abschirmen und staunte darüber, dass sein Frauchen ihn beschützen konnte. Das hatte er vorher nicht zugelassen oder nicht ernst genommen.

Seitdem machen wir immer wieder kleine Fortschritte, mal bringt er mich wieder zur Verzweiflung (und ich ihn bestimmt auch), aber er ist mutiger gegenüber Menschen und manchen Hunden geworden und ich kann ihm mehr vertrauen. Der Weg ist noch lang, aber ich denke, aus Finn kann ein „normaler“, glücklicher Hund werden. Das hätte ich mit einem normalen Hundetraining nicht geschafft!

 

Verena Könke-Kühlkamp

Bonny – Deutscher Pinscher – Umweltängste und Leinenaggression

Wir lebten schon seit mehr als einem Jahr in der eigenen Wohnung, bis wir zu der Auffassung kamen, dass uns irgendetwas fehlte. Wir überlegten sehr lange hin und her….Was fehlt uns in unserem gemeinsamen Leben? Was könnte unser Leben bereichern? Irgendwann kam uns dann die Idee: Wie wäre es mit einem Hund?!

Was anfänglich bloßes Gerede war, entpuppte sich schnell zu einem sehnlichen Wunsch. So kam es dazu, dass wir Bonny vor Weihnachten zu uns nahmen. Sie ist ein Deutscher Pinscher und wir haben uns sofort in diese großen dunkelbraunen Augen verliebt! Nachdem wir uns diesen Traum erfüllten und Bonny, die mittlerweile bei uns bereits in ihrer dritten Familie ist, sich eingelebt hat, fingen auch ein paar kleine Probleme an. Diese kleinen Macken, wie wir sie nennen, wollten wir natürlich in den Griff kriegen. Trotz diverser Ratschläge in Internetforen und vielerlei gelesener Lektüre, haben wir manche Dinge nicht alleine geschafft.

Aufgrunddessen kam im Februar 2013 dann Frau Meisterjahn ins Spiel. In unserem ersten Gespräch nahm sich Frau Meisterjahn erstaunlich viel Zeit, um sich über uns und unseren Hund ein Bild zu machen. In dem Erstgespräch ging es um eine Art Bestandsaufnahme, bei der die Probleme und Verhaltensauffälligkeiten erörtert wurden. Wie gehen wir mit unserem Hund um? Was haben wir bis jetzt alles versucht, um diese Probleme zu lösen? Aber auch Frau Meisterjahn stellte uns ihre Arbeit vor und mit welchem Methoden sie diese umsetzt. Ihre Devise lautet : Wichtig ist, dass der Hund glücklich ist!

Bis zur nächsten Stunde erarbeitete uns Frau Meisterjahn einen Therapieplan, der speziell auf Bonny zugeschnitten war. In jeder Stunde setzten wir unsere Hausaufgaben um, die uns von Frau Meisterjahn gegeben wurden. Wir bemerkten schon bald erste positive Veränderungen in Bonnys und auch in unserem Verhalten. Frau Meisterjahn führte bei uns sowohl den ” Klicker ” als auch den ” Mike ” ein, den Bonny übrigens überalles liebt :-)

Beim ersten Spaziergang bemerkte Frau Meisterjahn sofort, dass Bonny ein total verunsicherter und auch sehr sensibler Hund ist. Auch dafür fand Frau Meisterjahn die passende Lösung, damit unsere Bindung zu Bonny verstärkt und ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufgebaut wird. Außerdem zeigte sie uns, wie wir Bonnys Körpersprache besser verstehen können. Nach mehreren gemeinsamen Stunden mit Frau Meisterjahn, in denen sie uns viele Tipps gab und sinnvolle Übungen vorstellte, ist aus Bonny ( die meiste Zeit ) drinnen wie draußen ein treuer und lieber Begleiter geworden. Dank einer Futterumstellung, die durch Frau Meisterjahn umgesetzt wurde, verhält sich Bonny nun in ihrem gesamten Wesen ruhiger und entspannter.

Frau Meisterjahn hat uns den Schritt in die richtige Richtung gezeigt. Mit ihrer Hilfe und ganz viel Geduld werden wir es auf jeden Fall schaffen, dass sowohl Bonny ein glückliches und entspanntes Hundeleben führen kann als auch wir uns jeden Tag an der kleinen Maus erfreuen können.

Wer seinen Hund richtig verstehen möchte, sollte sich auf jeden Fall an Frau Meisterjahn wenden. Wir empfehlen sie jedem weiter, der wie wir professionelle Unterstützung in der oftmals falsch verstandenen Hundewelt benötigt.

 

Liebe Frau Meisterjahn,vielen Dank für Ihre Unterstützung und auf eine weitere gute Zusammenarbeit!

Sam – Australian Shepherd/Border Collie-Mix – biss seine eigene Familie

Wir sind eine vierköpfige Familie mit zwei Hunden. Der ältere der beiden ist ein 15 Jahre alter Jagdhundmix, der jüngere ein drei Jahre alter Shepherd-Mix.

Max und Sam Foto: M. Rießelmann

Max und Sam
Foto: M. Rießelmann

Unser Problem begann damit, dass wir die beiden nicht mehr in einem Raum alleine lassen konnten, da sie sich immer öfter bissen.  Wir sprachen unsere Tierärztin auf dieses Problem an, und da der ältere sowieso operiert werden musste, ließen wir ihn kastrieren, wohl wissend, dass diese Maßnahme keinen Einfluss auf das Verhalten der Tiere haben muss.

Als wir dann den jüngeren Hund (beides übrigens Rüden) ebenfalls kastrieren lassen wollten, zeigte dieser sich in der Tierarztpraxis völlig verstört und ängstlich. Auf Empfehlung der Ärztin nahmen wir Kontakt zu Tina auf, denn es hatte sich noch ein weiteres Problem ergeben. Der jüngere der beiden hatte drei von uns ein bzw. mehrfach so sehr gebissen, dass die Wunden ärztlich versorgt werden mussten.

Sam Foto: M. Rießelmann

Sam
Foto: M. Rießelmann

Da unsere Familie aus vier erwachsenen Personen besteht, haben wir uns entschlossen, dem Hund und uns durch Tina helfen zu lassen und ihn nicht abzugeben oder gar einschläfern zu lassen.

Schnell stellte Tina fest, dass unser “Problemhund” vollkommen unter Stress stand, zu wenig Schlaf fand und wir ihm durch unseren Alltagsstress und unser Missverstehen seiner Gesten und Signale das Leben nicht einfacher machten.

Neben der medizinischen Versorgung mit Vitaminen und Hormonen durch die Tierärztin, zeigte uns Tina, was wir in den dreißig Jahren, die wir mit Hunden verbracht haben, nicht gewusst und beachtet hatten.

Aussi-Mix Sam, 3 Jahre alt Foto: M. Rießelmann

Aussi-Mix Sam, 3 Jahre alt
Foto: M. Rießelmann

Durch Tina haben wir gelernt, intensiver auf die Mimik und Gestik des Hundes zu achten und erst dann zu interpretieren, was uns das sagen könnte. In den meisten Fällen sind wir nun in der Lage, einen drohenden  Konflikt früher zu erkennen und zu unterbinden.

Wir sind froh, dass wir eine so kompetente Hilfe erhalten haben und dass unser Hund  deutlich mehr Lebensfreude zeigt.

Bleibt nur noch zu sagen, dass wir Tina auf jeden Fall weiterempfehlen können und es bereits auch getan haben.

Die ersten Absolventen haben bestanden!

Alte Hüte in der Hundeerziehung abstreifen,  Erkenntnisse nach neuestem, wissenschaftlichen Standard verinnerlichen und die Gestensprache der Hunde lesen und interpretieren lernen.  Das hochsoziale Lebewesen Hund aus einer neuen Perspektive betrachten und das eigene Handeln im Umgang mit dem Hund anpassen können. Das war für die ersten fünf Sunderner Absolventen des Hundebegleiterscheines des BVdH sechs Wochen lang Programm.

Abgeschlossen wurde die Ausbildung zum Hundebegleiter mit einer umfangreichen Prüfung in den Bereichen

  • Abstammung des Hundes und Geschichte der Domestikation
  • Rasseunterschiede und Rasseeigenschaften
  • Grundwissen zur gewaltfreien Hundehaltung
  • Lernverhalten von Hunden
  • Hundesprache – wie kommuniziert der Hund mit uns?
v.l.n.r. Dr. Mense, Cederic Meisterjahn, Claudia Rießelmann (hinten), Vanessa Rießelmann, Astrid Mattig, Bettina Meisterjahn, Martin Rießelmann

v.l.n.r. Dr. Mense, Cederic Meisterjahn, Claudia Rießelmann (hinten), Vanessa Rießelmann, Astrid Mattig, Bettina Meisterjahn, Martin Rießelmann

Der Hundebegleiterschein des Berufsverbandes der Hundepsychologen (BVdH) ist nicht zu vergleichen mit der Sachkundeprüfung der Hundeverordnung NRW oder der Begleithundeprüfung einer Hundeschule. Mit dem Hundebegleiterschein erlangen die Teilnehmer eine Verbesserung  der eigenen Umweltsicherheit – dies bereits vor Anschaffung eines eigenen Hundes. Auch  in den Berufsgruppen deren täglich Brot die Arbeit mit Hunden darstellt, dient der Hundebegleiterschein als berufliche Referenz.

Dr. Mense von der Tierärztlichen Praxis Dr. Riedel-Kaufhold gehörte zu den ersten Gratulanten. Wir bedanken uns sehr herzlich  bei der Praxis Dr. Riedel-Kaufhold für die zur Verfügung gestellten Räume und die zuvorkommende Gastfreundschaft des gesamten Praxisteams.