Lernen Sie Ihren Hund zu verstehen!

Erfahrungsberichte

Wahre Geschichten aus dem Alltag. Erzählt von Kunden für Kunden.

Kajo – es war zum Verzweifeln!

Foto: Sandra Bock © 2017

Kajo ist ein Harzer Fuchs-Schäferhund-Mix und kam im November 2014, mit 2,5 Jahren, zu mir. Er ist ein Tierschutzhund, der leider schon viel zu oft „herumgereicht“ wurde (bei mir ist mittlerweile sein 5. Zuhause!!). Dementsprechend war er so gut wie gar nicht sozialisiert. Er hatte bisher leider auch keine Ahnung wie sich „Familie“ anfühlt und wie schön so ein Hundeleben eigentlich sein kann. Fakt ist: das mit Kajo war Liebe auf den ersten Blick – also sollte er schnell bei mir einziehen :-)

Nachdem Kajo sich eingelebt hatte, fing ich an mit ihm zu trainieren. Und es lag einiges vor uns:

  • Kajos Leinenführigkeit war eine Katastrophe
  • Er jagte mit großer Freude hinter jedem Auto her
  • Er wollte während eines Spaziergangs alle anderen Menschen „begrüßen“, rannte immer direkt auf sie zu und sprang sie leider auch an
  • Andere Hunde waren ein riesen Problem: jeder Kontakt brachte großes Gebell und Leinenzerren mit sich. Kam ihm sein Gegenüber mal zu nah, fing Kajo direkt an die Zähne zu fletschen und zu schnappen bzw. den anderen, recht brutal, zu unterwerfen.
  • Er interessierte sich kaum für mich und wäre wohl auch gerne alleine spazieren gegangen. Ich war anfangs nur das „nervige Anhängsel“ am anderen Ende der Leine. Demnach konnte ich ihn auch nicht frei laufen lassen und die 10-Meter-Schleppleine war somit erstmal unser treuster Begleiter ;-)

 

Nach einem Monat Üben und Trainieren konnte ich immer noch keine großen Verbesserungen feststellen. Ich war frustriert, weil nichts so richtig funktioniert hat und ich wollte doch nur, dass Kajo sich unterwegs entspannen kann.

Also habe ich angefangen den Kontakt zu einigen Hundeschulen zu suchen. Die Suche nach der „perfekten“ Hundeschule war gar nicht so leicht, wie ich dachte. Entweder fielen die Trainer krankheitsbedingt für eine längere Zeit aus oder die verschiedenen Schulen reagierten gar nicht erst auf meine Anrufe oder E-Mails. Ich konnte machen was ich wollte, ich kam in keiner Hundeschule unter… Im Nachhinein bin ich sehr froh darüber, sonst hätten wir Tina wohl nie kennengelernt :-)

 

Im Dezember 2014 war es dann soweit: Wenn man sich so langsam gar nicht mehr zu helfen weiß und einfach nicht weiter kommt, kommt die Schwester ins Spiel, die beim Tierarzt arbeitet ;-) Durch sie habe ich dann auch von Tina erfahren.

Nach vielem hin und her überlegen, ob so eine Hundepsychologin denn auch wirklich das Richtige für uns ist, habe ich Tina dann doch angerufen und den Termin für das Erstgespräch vereinbart.

Ich war etwas nervös und konnte mir nicht so richtig vorstellen, was mich bei diesem Gespräch erwartet. Am Ende war ich positiv überrascht :-) Tina hat sich viel Zeit genommen. Alles wurde in Ruhe besprochen. Es gab viele Fragen und viele, sehr ausführliche Antworten.

 

Schnell stellte Tina fest, dass Kajo Angst vor anderen Hunden hat und deshalb so „brutal“ reagiert. Er hatte bereits gelernt, dass er mit dem was er tut hervorragend durch diese Situationen durch kommt – er rüpelt die anderen Hunde an, sie unterwerfen sich und Kajo geht als Sieger aus der Situation heraus. Warum, aus seiner Sicht, diese Strategie also nicht einfach beibehalten?!

Foto: Sandra Bock © 2017

Foto: Sandra Bock © 2017

Ich habe mir Vorwürfe gemacht, was ich dem armen Hund alles unbewusst zugemutet habe… Ein komisches Gefühl, denn man möchte ja eigentlich das Gegenteil. Er soll sich sicher fühlen und keine Angst haben. Ich war froh, dass wir das alles endlich in Angriff nehmen konnten. Viele kleine Schritte waren nötig um dahin zu kommen, wo wir jetzt sind. Bevor das Hauptproblem (Hundebegegnungen) angegangen werden konnte, mussten erstmal ein paar Grundlegende Dinge gefestigt werden. Da Kajo ja noch nicht so lange bei mir war, wurden erstmal Übungen gemacht, die die Bindung stärken. Darauf konnten wir dann langsam aufbauen.

 

In der ganzen Zeit mit Tina haben wir viel Spaß gehabt und sehr viel Neues dazugelernt. Es war aber auch nicht immer leicht. In manchen Situationen habe ich gedacht „das schaffen wir nie – das wird sich nie ändern“, aber mit viel Ruhe und Geduld hat’s dann doch geklappt :-) Wir sind sehr stolz auf uns und werden auf jeden Fall so weiter machen.

Foto: Sandra Bock © 2017

Foto: Sandra Bock © 2017

 

Im Juli 2017 hatten wir unsere letzte Trainingsstunde (von insgesamt 10) mit Tina. Ein großer Zeitraum ist mittlerweile vergangen und Kajo ist jetzt 5 Jahre alt. Eine lange Zeit, die wir aber intensiv genutzt und gewiss auch gebraucht haben. Denn wie wir alle wissen: der Hund bestimmt das Lerntempo ;-)

Aus Kajo ist ein ganz wunderbarer, offener und freundlicher Hund geworden – einfach ein in toller Begleiter. Die gemeinsame Arbeit hat uns zusammen geschweißt und unsere Bindung gestärkt. Kajo hat in mir endlich seine Bezugsperson gefunden, bei der er Schutz und Sicherheit finden kann. Spaziergänge machen jetzt richtig Spaß. Er genießt es draußen zu sein und ist total entspannt. Andere Menschen, sowie Autos, sind ihm mittlerweile schon egal. Was kontinuierliches „Zeigen-und-Benennen“ doch alles bewirken kann :-)

 

Foto: Sandra Bock © 2017

Wir gehen an einer lockeren Leine spazieren und kommunizieren viel mehr miteinander. Der Freilauf ist nun auch kein Problem mehr. Kajo hat unterwegs kein Interesse mehr daran nur „sein eigenes Ding“ zu machen, sondern achtet viel mehr auf mich. Auch werden andere Hunde nicht mehr als „Feinde“ angesehen. Hundebegegnungen sind jetzt viel stressfreier und entspannter. Wir sind zwar noch nicht am Ziel, aber auf einem sehr guten Weg dahin. Wir wissen jetzt wie wir mit solchen Situationen umgehen müssen und können diese zusammen meistern :-)

 

All das haben wir mit Geduld, Liebe, viel Verständnis für den Hund und vor allem aber mit viel Spaß und Freunde am Training hinbekommen.

 

Wir sagen „DANKE Tina“ für deine Hilfe und für die tolle Zusammenarbeit!

 

Sandra & Kajo

 

Theofanis Gekas – aufgeregter Dauerbeller aus Frustration

Theofanis - ein griechischer Kokoni

Theofanis – ein Kokoni aus Griechenland

Eigentlich wollten wir einen Hund, wo man sich beim Streicheln nicht bücken muss. Und dann kam Theo… Theo ist Grieche und kam im Juni´14 über eine Pflegestelle zu uns. Wir fuhren Sonntags “nur zum Gucken” und haben ihn direkt mitgenommen.

Er lebte sich eigentlich ganz gut ein. Theo bellte aber alles und jeden an, also beschlossen wir in die Hundeschule zu gehen.

Die Hundetrainerin kam zu zwei Einzelstunden und beurteilte unseren Theo als arrogant und dominant. Er sei nicht die hellste Kerze auf der Torte, damit müsste man leben. Sie gab uns auch Tipps, wie wir es schaffen, dass Theo nicht mehr auf den Tisch geht.

Wir sollten Mausefallen aufstellen… Gott sei Dank haben wir das nicht gemacht!!! Nach diesen zwei Einzelstunden sind wir in die Hundeschule gefahren. Mitten im Wald wurde auf einem eingezäunten Platz, in einer Gruppe, geübt. Theos Verhalten änderte sich nicht, es wurde eher schlimmer. Zwar war er nach dem Üben sehr ruhig und legte sich ab, aber gelernt hatte er nichts…  Er war viel zu abgelenkt von den anderen Hunden, unausgeglichen und aufgeregt. Dann schloss die Hundeschule überraschend und wir müssten uns neu orientieren.  Über Freunde erfuhren wir von Bettina Meisterjahn und setzten uns mit ihr in Verbindung. Wir machten einen Termin aus und dann ging es direkt auch los.

Es dauerte keine 20 Minuten und Theo suchte sich seinen Ruheplatz direkt auf Tinas Schoss. So kannten wir Theo gar nicht… Er bellte unseren Besuch sonst die ganze Zeit an, bei jeder Bewegung die der Besuch machte, regte er sich wahnsinnig auf.

Ich erzählte ihr von den Mausefallen, dem Reißen an der Leine und der Charaktereinschätzung der anderen Hundetrainerin. Tina schlug die Hände über dem Kopf zusammen und erklärte uns ihr Trainingskonzept. Sie erklärte uns auch, das Theo nicht dumm ist, sondern einfach nur frustriert, weil wir ihn nicht verstanden haben. Ehrlich gesagt war ich wegen meiner vorangegangenen Erfahrung sehr skeptisch, ließ mich aber gespannt drauf ein. Wir besprachen die Ziele, die erreicht werden sollten, um uns und vor allem Theo Lebensqualität zu ermöglichen. Auch sein Futter wurde in Augenschein genommen und umgestellt. Dadurch verschwanden dann auch die Darmprobleme die er von Anfang an hatte.

Aufmerksam, hellwach und doch gelassen. Theo heute.

Aufmerksam, hellwach und doch gelassen. Theo heute.

Und dann fingen wir an. Schon nach der ersten Stunde merkte man die ersten Veränderungen an Theo. Er und auch wir merkten schnell, dass unser “Kommunikationsproblem” jetzt bald der Vergangenheit angehört. Wir bekamen unsere Hausaufgaben und übten fleißig. Es stellten sich erste Erfolge ein!!! Theo ließ sich schon nach der ersten Stunde super an der Leine führen und war sichtlich entspannter. Auch wir arbeiteten an uns und mussten feststellen, dass es gar nicht so einfach ist aus alten Gewohnheiten auszubrechen. Kleine Rückschläge steckten wir aber schnell weg und Theo blühte auf. Seine Frustration löste sich in Wohlgefallen auf. Voller Begeisterung lernte er, und auch wir, wie man zu einem Team zusammen wächst. Er ist schnell bei seinen Lektionen und ist sehr aufmerksam dabei.

 

 

Der doppelte Rückruf ist Theo's Lieblingsübung

Mr. 1000 Volt!! Der doppelte Rückruf ist Theo’s Lieblingsübung

Von März bis Juni´15 haben wir in 7 Trainingsstunden riesige Erfolge verbucht. Theo ist jetzt entspannt und läuft nun ohne Leine. Er ist auch in schwierigen Situationen abrufbar und ein ganz anderer Hund. Ein entspannter, verspielter, toller, junger Hund!!! Wir sind jetzt eng zusammen gewachsen und ein Team, das sich versteht! Meine Skepsis ist weg und wir sind sehr glücklich Tina getroffen zu haben. Unser Weg ist noch nicht zu Ende. Weitere Ziele warten auf uns, aber der Anfang ist getan…

 

VIELEN DANK TINA

Theo und Familie

Wenn Hunde zum Psychologen müssen – WDR Lokalzeit Südwestfalen

WDR- Lokalzeit Südwestfalen vom 12.03.2015

WDR- Lokalzeit Südwestfalen vom 12.03.2015

Wer gestern den WDR-Beitrag zum Thema “Wenn Hunde zum Psychologen müssen” verpasst hat, kann ihn für einige Zeit noch in der Mediathek des WDR ansehen.
Vorgestellt wurden zwei Fälle aus meiner Praxis und eine Tierärztin stand als Expertin im Studio für Fragen zum Thema bereit.
Mein herzlichster Dank geht an den Auto des WDR Juan Yanez Mejias, der übrigens auch, durch einen Beitrag vor einigen Jahren, für meinen damaligen Berufswechsel verantwortlich war ;c), desweiteren an Andrea Lübke, Bianca, Mia und Benny Fern – für den Mut ihre eigene Geschichte vor der Kamera zu erzählen. Danke an Dr. Yvonne Mense – von der Tierärztlichen Praxis Dr. Riedel-Kaufhold – für ihre Bereitschaft dem WDR als Expertin, für Fragen zum Thema, zur Verfügung zu stehen. Und vor allem Danke, unseren vierbeinigen Protagonisten Lucy und Theo.
Link zum Video

MAX – der Terror-Krümel

Terror-Krümel Max konnte gar nichts für seine Unruhe Foto: Gabriele Ramseger

Terror-Krümel Max konnte gar nichts für seine Unruhe
Foto: Gabriele Ramseger

Am 03.05.2014 war es soweit!

Max -ein 8 Wochen alter Golden Retriever- ist in unser Zuhause eingezogen.

Wir hatten uns bewusst für eine Welpe entschieden. Unser Ersthund Leo -ein Labrador, 11 Jahre- ist ebenfalls mit 8 Wochen in unsere Familie gekommen und ist einfach nur ein „Traumhund“.

„Naiv“ wie wir waren -das wissen wir heute- haben wir gedacht, mit unserer Hundeerfahrung und dem super Leo ist es ein „leichtes“ Max genauso zu erziehen.

 

 

 

Doch weit gefehlt! Der Traum wurde zum Albtraum!

 

-Max hat stundenlang Leo mit den Zähnen malträtiert (teilweise blutig)

-Max hat tgl. bis zu 20 Stunden gebellt

-Max hat kaum geschlafen

-Max hat alles zerbissen

-Max hat es geschafft, dass menschlicher Besuch bei uns immer weniger wurde

-Max konnte nicht an der Leine gehen und er war vom ersten Tag an der „Buddelkönig“

Buddelkönig Max Foto: Bettina Meisterjahn

Buddelkönig Max
Foto: Bettina Meisterjahn

Also ab zur Hundeschule, hat bei Leo ja auch funktioniert. Voller Euphorie ging es zur 1. Welpenstunde. Schon in der 1. Stunde mussten wir Max ins Auto bringen, weil er ausdauernd bellte und somit den Unterricht störte. Die nächsten Stunden waren nicht viel effektiver. Ein direkter Welpenkontakt fand nicht statt. Es wurde Theorie vermittelt. U.a. Hunde müssen nicht spazieren gehen und brauchen keinen Kontakt zu anderen Hunden. Als dann Max doch mal Kontakt zu einer anderen Welpe aufnehmen durfte, stand er ca. 10 Sek. über diesen Hund. Sofort wurde Max entfernt, wir zur Seite gezogen und uns wurde angeraten Max abzugeben, da er ein Leithund sei und für Leo nicht gut ist.

Nächster Versuch mit einer Hundetrainerin. Das Erstgespräch dauerte eine Stunde. Uns wurde angeraten das Körbchen an eine andere Stelle zu platzieren und den Hund abzugeben, wenn wir mit ihm überfordert wären. Noch sei er jung genug dafür. Auf die versprochene Video-Kamera zum Aufnehmen bestimmter Situationen warten wir heute noch.

Nächster Versuch. Schnupperstunde in einer weiteren Hundeschule. Max und ich standen brav am Rand und schauten den anderen Hunden zu. Wie immer bellte Max. Die Hundetrainerin verzog das Gesicht drehte sich um, griff zur Wasserpistole und Max bekam 2 Ladungen Wasser ins Gesicht gespritzt. Solche Erziehungsmethoden wollten wir nicht!

Unsere Nerven lagen aber mittlerweile ziemlich blank. Jeder Spaziergang war eine Qual. Die Verhaltensweise von Max im Haus hatte sich nicht verbessert.

Unser Wunsch, Hilfestellung für das Verhalten von Max zu bekommen, schien in weite Ferne gerückt zu sein.

Dann kam der Tipp einer Bekannten. Ruf mal Frau Meisterjahn an. Das haben wir dann auch getan. Wir wollten uns und Max noch eine Chance geben.

Mit gemischten Gefühlen sahen wir dem Erstgespräch entgegen. Wieder jemand der uns dazu riet Max abzugeben?

Aber es kam anders. Nach dem Erstgespräch (dauerte wesentlich länger als eine Stunde) wussten wir, Max bleibt bei uns.

Mit der Unterstützung von Frau M. schaffen wir das.

Max als Welpe mit "Obersüßfaktor" Foto: Gabriele Ramseger

Max als Welpe mit “Obersüßfaktor”
Foto: Gabriele Ramseger

Es wurde für Max ein individueller Trainingsplan erstellt, ein Geschirr besorgt, das Futter umgestellt und ein Tierarztbesuch angeraten. Max war tatsächlich krank und wurde entsprechend behandelt. Auch wir „Zweibeiner“ bekamen in den folgenden Übungsstunden unsere Hausaufgaben. Denn inzwischen haben wir begriffen, dass bestimmtes theoretisches Hintergrundwissen notwendig ist, um den Hund zu verstehen und entsprechend mit ihm arbeiten zu können. Über die Körpersprache und über die Motivation eines Hundes wussten wir nicht wirklich viel. Somit haben wir Signale, die Max ausgesendet hat, einfach übersehen.

 

Es war ein langer und mühsamer Weg. Aber mit der unendlichen Geduld und dem Fachwissen von Frau M. hat sie uns in vielen Übungseinheiten zu Hause und im Freilauf gelehrt, auf unseren Hund und seine Signale zu achten.

Wir sind heute in der Lage, bestimmte Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen. Unerwünschte Verhaltensweisen zu verhindern und erwünschtes Verhalten zu markern und zu belohnen. Wir sind gelassener und geduldiger im Umgang mit Max geworden. Wir können Hundebegegnungen besser einschätzen, Max aus bestimmten Stresssituationen rausholen bzw. ihn rechtzeitig umlenken. Rückschläge waren und sind immer noch da (werden aber immer weniger!). Dann schalten wir halt einen Gang zurück und fangen wieder von vorne an!

Unsere Spaziergänge heute sind keine Qual mehr. OK, am Buddeln müssen wir noch arbeiten!!

Und die geführten Lern-Spaziergänge sind der Hit. Es ist ein Genuss zu sehen, wie glücklich Max dabei ist. Da sind aber auch so viele tolle Hunde und Zweibeiner.

Uns ist bewusst, dass wir mit Max noch einen langen Lernweg vor uns haben. Wir gehen ihn gerne,

da es sich für diesen Hund einfach lohnt. Wir wissen ja wo wir Unterstützung bekommen!

 

Unser 1. Ziel haben wir für uns erreicht. Einen absolut entspannten Hund zu Hause, keinen Beller mehr, kein aggressives Verhalten mehr gegenüber Leo. Besucher kommen auch wieder, da wir erlernte Entspannungsübungen immer besser einsetzen können. Und schlafen kann er jetzt stundenlang.

 

Und das alles haben wir mit Liebe, Geduld, viel Verständnis für den Hund

und vor allem mit der Arbeitsweise von Frau Meisterjahn hinbekommen.

 

„DANKE“  für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Max heute -  geliebt und verstanden

Max heute – geliebt und verstanden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind froh, dass wir auf den Tipp unserer Bekannten gehört haben

und können Frau Meisterjahn mit guten Gewissen weiterempfehlen.

Lucy – ein kleines Bündel Angst

timei-4474Unsere Lucy!

Lucy ist ein Hund aus einer Tötungsstation in Griechenland. Sie ist in der Tötungsstation geboren. Wir haben unsere Lucy im Internet gesehen und wir dachten: “die müssen wir holen, der wollen wir helfen und ihr ein “schönes Zuhause” geben”. Gesagt, getan! So sind wir losgefahren und haben Lucy in Münster in Ihrer Pflegefamilie besucht.

Dort angekommen, fanden wir ein kleines Häufchen Fell. Völlig verängstigt und eingeschüchtert. Ich hätte sie am liebsten sofort mit genommen. Leider musste erst der bürokratische und offizielle Teil erledigt werden und am nächsten Abend haben uns die Leute von der Tierorganisation unsere Lucy dann gebracht.

In dem Glauben “jetzt wird alles gut”, sollte Lucy ihr neues Leben jetzt voll durch starten. Aber leider war alles nicht so einfach wie wir es uns vorgestellt haben.

Lucy ist unser 2ter Hund und wir dachten unser 13 Jahre alter Spencer, den wir als Welpe bekommen haben, wird ihr schon alles zeigen. DAS WAR NICHT SO! Alles war für sie schlimm.

Alle Menschen sind böse….vor allem Männer!

Unter dem Bett hervor kommen und zum pinkeln auf die Wiese – eine absolute Katastrophe! Ich habe 14 Tage versucht ihr zu vermitteln, das man nicht dort sein Geschäft macht, wo man liegt. Ein Spaziergang konnte nicht stattfinden, der Hund hat sich mehr über den Boden “ziehen” lassen als das er mitging. Dabei wollten wir Ihr “nur gut”. Sie hat nie richtig entspannt geschlafen, weil jedes Geräusch ihr Angst gemacht hat. Sie konnte nicht fressen, hat alles in der Wohnung weg getragen aus Angst es könnte ihr jemand weg nehmen oder es könnte nicht reichen.

Besuch konnten wir in der Wohnung nicht empfangen, sie lag dann wie gelähmt stundenlang da…..ohne Entspannung, mit purem Stress. Sie war so voller Angst, wie man es keinem Lebewesen wünschen sollte.

Also dachten wir ……..gut…..dann besuchen wir eine Hundeschule…..wir nahmen ein paar Einzelstunden und gingen 1 mal pro Woche auf den Hundeplatz. Voller Euphorie, mit Lucy das richtige zu tun. Sie sollte Regenschirme umlaufen, es wurde auf Metall geschlagen, so das es laut war, sie sollte Pylonen umkreisen, Sitz lernen….und auf engen Wegen fremden Menschen und Hunden begegnen. Wir sollten sie mit dem Knie weg drücken, wenn sie etwas “nicht” tun sollte. Nach vorne beugen, wenn sie nicht “sitz” macht oder andere Kommandos ausführt….etc. etc.

Kurz und knapp …..und das weiß ich heute……ALLES DER GRÖSSTE QUATSCH bei einem Angsthund!

Genau diese Dinge, haben in keinster Weise zu einer positiven Veränderung geführt. Ganz im Gegenteil, da kann ich froh sein, das Lucy nicht weggelaufen ist, nachdem ich sie, auf Anraten der Trainerin, im Wald von der Leine lassen sollte. Die Hundeschule ist geschlossen. Im Nachhinein unser Glück….Wir sind gerne hingegangen, weil wir dachten, das wir unserem Hund helfen können. Dachten, das wir uns in professionelle Hände begeben hätten, da wir noch nie mit einem so angsterfülltem Hund zu tun hatten.

Das Medium Facebook hat uns mit Bettina Meisterjahn zusammen gebracht. Eigentlich waren wir dort auf der Suche nach einer neuen ‘Hundeschule’.

Ich kann nur sagen DANKE TINA das wir uns kennengelernt haben. DANKE das es dich gibt!

Tina hat uns beigebracht unseren Hund zu verstehen. Auf “seine” Sprache zu achten. Seine Signale zu erkennen und mit diesem Wissen zu arbeiten.

Sie hat uns gelehrt uns so zu verhalten, dass der Hund lernt uns zu vertrauen und wie wir ihm Selbstvertrauen geben können, um ein besseres Leben führen zu können.

Es zählte für Tina nicht, dass der Hund “Sitz” und “bei Fuß” und was weiß ich nicht alles lernen muss. Für sie zählte nur…….wie findet dieses kleine Häufchen Hund den Weg zu den Menschen, bei denen sie jetzt ist, wie kann er einfach Spaß an seinem Leben haben, wie bekomme ich diesen angsterfüllten Hund, wieder in die richtige Bahn….

Bei der ersten Begegnung war Tina glaube ich fast 5 Stunden bei uns. Lucy hat sich nicht getraut, aus dem Esszimmer ins Wohnzimmer zu kommen. Tina hat sich so viel Zeit genommen….und hat uns zugehört…uns in vielen Dingen die Augen geöffnet und schon am ersten Abend zum Nachdenken gebracht. Irgendwann kam Lucy an diesem Abend aus Ihrem Versteck und Tina konnte ihr von weitem ein paar Leckerlies zuwerfen…die sie auch nahm.

Wir beschlossen, wir vertrauen Tina und wollen das sie mit uns und Lucy arbeitet.

Wir haben “Hausaufgaben” von Tina bekommen

-haben einen Film über die Signale des Hundes an gesehen

-und sie hat uns gelehrt, auf unseren Hund zu achten….. Für uns völliges Neuland!!

Beim Spaziergang trafen wir täglich auf viel Unverständnis. ..bis dahin, das uns ein Vogel gezeigt wurde, wenn wir das Erlernte von Tina versucht haben umzusetzen. Die Menschen verstanden nicht das Lucy Zeit brauchte, keine Annäherung vertrug.

Tina hat uns immer wieder ermutigt. Hat uns “Markerwörter” an die Hand gegeben, Entspannungsübungen für den Hund gezeigt…..

Wir haben Videos gedreht, von Situationen beim Training oder bei verschiedenen Begebenheiten zu Hause. Tina hat sie angeschaut und uns jedes Mal sofort an angerufen und analysiert was wir verbessern konnten oder richtig gemacht haben. Sie hat uns beim Futter beraten, welches auch eine große Rolle spielt und wir das gar nicht wussten.

Sie ist zu uns nach Hause gekommen mit Ihren Hunden und hat mit Lucy und natürlich mit uns während des Spaziergangs gearbeitet. Sie hat uns aus so vielen Alltagssituationen raus geholfen……wo wir dachten…..das wird nie und nimmer wieder gut! Sie hat Spaziergange mit anderen Hunden organisiert, auf denen ich Lucy so glücklich gesehen habe, wie noch nie zuvor.

Lucy ist jetzt fast 9 Monate bei uns. Wir haben bis jetzt 4 Trainingsstunden mit Tina absolviert und wir haben einen völlig “neuen” Hund.

  • Sie freut sich jetzt wie ein kleines Kind, wenn sie die Leine klimpern hört.
  • Sie läuft nun hoch erhobenen Hauptes vor uns an der Leine.
  • Leute die zu Besuch kommen, behandelt sie mit Vorsicht….niemand darf sie anfassen, aber mittlerweile guckt die kleine Nase durch die Tür und sie läuft trotz der fremden Leute durchs Haus.
  • Sie findet spielen auf dem Hof super.
  • Und selbst unseren Nachbarn Basti mag sie und lässt sich von ihm mit Leberwurst füttern.
  • Sie hat wieder Freude am Leben und keine angsterfüllten Augen.

Wir sind sicher noch nicht am Ziel, aber wir sind mit Sicherheit – mit Tina – auf dem richtigen Weg.

Ich kann nur hoffen, dass dies hier viele Menschen lesen, den Mut bündeln und die Arbeit auf sich nehmen “ihrem” Hund zu helfen.

-Natürlich kostet es Geld…

-Natürlich kostet es Zeit…..

-Natürlich braucht man viel Geduld…..

Aber vor allem sollte man Tina an seiner Seite haben, die mit Ihrem fachlichen Wissen, aber auch mit viel Herz und Verstand für die Tiere, einem vermittelt, es wird alles wieder richtig……so …..wie es sein sollte und wie man das Beste aus der Situation machen kann….

LEUTE SCHEUT EUCH NICHT HILFE ZU HOLEN !!!

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Wir wünschen allen Hundebesitzern……Viel Glück!! Und gebt euer Tier nicht auf …

Und dir Tina weiterhin viel Erfolg!!! Und bleib so wie du bist….denn genau so….bist du richtig ☺

DANKE!!!!!

Deine Familie Fern

Mit Lucy und Spencer

Emmi – Rauhaardackel, 1,5 Jahre alt – konnte nicht aufhören zu bellen

Emmi - klein, süß, klug und ziemlich laut! Foto: Sabine u. Jörg R.

Emmi – klein, süß, klug und ziemlich laut!
Foto: Sabine u. Jörg R.

Von Anfang an wollten wir alles richtig machen. Wir haben uns belesen (obwohl Emmi bereits unser 2. Rauhaardackel ist),

unserer Meinung nach alles lehrbuchmäßig eingehalten und doch ist irgendetwas gehörig danebengegangen.

Sie war vom Tag als wir sie beim Züchter (mit knapp 10 Wochen) abholten, an sehr lebhaft und immer in Aktion. Welpen schlafen viel! Unser Welpe schlief nur nachts, zum Glück wenigstens dann.

Immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Natürlich haben wir dann versucht ihr Beschäftigung zu geben. Quietschtiere werfen, Decke zergeln, Knochen kauen usw. Nach einigen Tagen im neuen Zuhause fingen wir langsam damit an, Emmi an ihre Umwelt zu gewöhnen. Zuerst die Nachbarskinder, dann Familie und Freunde. Alles langsam und dosiert um sie nicht zu überfordern. Dann mal auf den Parkplatz des Baumarktes oder Supermarkt, zuerst immer etwas abseits des Betriebes.

Dann als Steigerung gelegentlich in den Baumarkt oder ins Möbelhaus. Alles prima, keine Angst. Selbstverständlich auch Welpenschule, damit aus ihr ein gut sozialisierter Hund wird. Ich habe einen netten Chef der mir auch erlaubt hat den Hund mit ins Büro zu nehmen, also stand einem glücklichen Hundeleben eigentlich nichts im Wege, so unsere Idee.

Doch allmählich wurde Emmi Menschen gegenüber immer unsicherer. Im Büro wurde jeder angebellt. Wenn sich die Kollegen näherten, zog sie sich zurück und bellte nur noch mehr. Kein Leckerchen konnte sie locken. Auch der kurze Fußweg zur Arbeit wurde für mich immer stressiger. Sobald eine Person in unserem Sichtfeld auftauchte, wurde Alarm geschlagen. Gehstöcke, Kinderwagen, Rollatoren etc. waren ganz extrem gefährlich! Irgendwann reagierte sie auch auf kleine Kinder die sich schnell bewegten oder laufen und spielen. Nur in der Hundeschule war sie wie ausgewechselt, vergnügt, zutraulich und von allem und jedem (auch Menschen) begeistert.

Wir wussten nicht mehr wie es weitergehen sollte, da Emmi ja auch im Haus sehr anstrengend war.

Sie hat tagsüber nie geschlafen, wenn wir sie nicht bespielt haben, hat sie Blödsinn gemacht.

Teilweise hat sie auch uns angeknurrt oder in Hosenbeine gebissen. Zufrieden war sie nur, wenn wir ihr einen Ball geworfen haben (dachten wir).

Foto: Sabine u. Jörg R.

Foto: Sabine u. Jörg R.

Wir waren mit unserem Latein am Ende und auch mit den Nerven!!

Die Er”lösung” kam durch unsere Tierärztin in Sundern. Daher kam der Tipp sich an Frau Meisterjahn zu wenden.

Der 1.Besuch fand die erste halbe Stunde bei uns im Hausflur statt, wo Emmi sie ununterbrochen anbellte und sich keinen Schritt an sie heran traute. Frau Meisterjahn verhielt sich ganz ruhig und geduldig. Machte sich klein, drehte sich weg, senkte den Kopf, beschwichtigte Emmi. Dann kamen Leckerli dazu, zuerst in Emmis Richtung geworfen, dann immer näher zu sich heran und dann so, dass Emmi an ihr vorbei musste um an die Belohnung zu kommen.

Als das klappte, Emmi sich beruhigt hatte, konnten wir auch ins Wohnzimmer gehen und haben ein sehr langes Gespräch geführt. Viele Fragen beantwortet, Fragen gestellt und Antworten und Erklärungen bekommen. Wir hatten nur das Beste gewollt und doch für diesen speziellen Hund ganz viel falsch gemacht. Das sind nun sehr individuelle Dinge, die sich nur begrenzt auf andere Hunde übertragen lassen. Aber wir haben von diesem Tag an unseren Hund ganz anders gesehen und auch behandelt. Wir müssen uns sein Vertrauen kleinschrittig erarbeiten, das wollen wir und das schaffen wir.

Foto: Sabine u. Jörg R.

Foto: Sabine u. Jörg R.

Es braucht viel Zeit und natürlich Geduld, der Erfolg gibt uns und vor allem Frau Meisterjahn recht. Unser Trainingsweg ist noch lange nicht zu Ende, er ist aber nicht mehr unüberwindbar. Ohne das Rüstzeug das Frau Meisterjahn uns an die Hand gegeben hat, wären wir heute nicht da, wo wir sind. Emmi geht es besser, sie ist viel ruhiger geworden, entspannt sich schneller und schläft auch am Tage mal!

Von Herzen ein dickes DANKE und noch viel Spaß und Erfolg bei Ihrer Arbeit:)

 

Jörg und Sabine R. aus Neuenrade

Rontu – Hütehund-Mix, 1,5 Jahre alt – biss mehrfach seine eigene Familie

 

Rontu - Border Collie - Harzer Fuchs Mix

Rontu – Border Collie – Harzer Fuchs Mix

Schon mit etwa einem halben Jahr fing Rontu an, uns gegenüber, also seinen eigenen Familienmitgliedern, aggressiv zu werden. Er klaute Socken oder Trockentücher und wollte diese nicht mehr hergeben. Er knurrte uns an, fletschte, schließlich biss er irgendwann sogar zu. Er klaute Fernbedienungen vom TV, Mäuse vom PC, Wurst und Käse vom Tisch, wir schauten zu und hatten keine Chance, etwas daran zu ändern. Und weil wir nicht weiter wussten, suchten wir Hilfe im Internet.

Dabei wurde ganz schnell klar: Hütehunde (Rontu ist eine Mischung aus Border Collie und Harzer Fuchs) sind anders, als die Hunde, die wir bisher hatten. Wir erfuhren über Hütehunde, dass diese sehr schlau sind und unbedingt Aufgaben brauchen wie z.B. Agility oder Kopfarbeit, wir erfuhren auch, dass Hütehunde nur bedingt als Familienhunde geeignet sind. Und wir lasen zum ersten Mal, dass es „Angsthunde“ gibt. Die Parallelen zu Rontu waren offensichtlich.

Wir hörten also auf, Rontu anzuschreien, wir hörten auf, ihn zurechtzuweisen, wir nahmen nur noch Rücksicht auf ihn, wir wurden zu ordentlichen, aufgeräumten Menschen und ließen nichts mehr liegen – versuchten es zumindest. Wir forderten ihn mit Bällchen- und Leckerchensuchspielen. Rontu wurde ruhiger, wir auch, aber eigentlich änderte sich nichts an Rontus Verhalten, im Gegenteil. Abends kam es immer öfter vor, dass er uns anknurrte und nicht in seine Nähe ließ.

Auch die vielen vergeblichen Versuche in verschiedenen Hundeschulen  (Originalton: “bevor man mit dem arbeiten kann, muss er erst mal kastriert werden”) brachten uns nicht weiter. Rontu wurde zu einem Hund, der seine eigenen Familienmitglieder biss. Für uns total unkontrollierbar, eigentlich untragbar. Irgendwann waren wir angekommen an dem Punkt, wo wir sagten: Beißt er noch ein Mal ohne Grund, muss er eingeschläfert werden.

Es kam, wie es kommen musste: Rontu biss unseren Sohn beim Bällchen-Werfen.

Mit Tränen in den Augen (wir alle hatten uns schon innerlich von diesem eigentlich so lieben tollen Hund verabschiedet) fuhr ich am nächsten Morgen zum Tierarzt nach Stemel. Dort angekommen, konnte ich nicht mal mehr sagen, was ich eigentlich vorgehabt hatte. Ich fragte, nachdem ich unsere Probleme mit Rontu lang und breit geschildert hatte, nur nach einem Hundetrainer, der uns weiterhelfen könnte. Die Antwort kam spontan: „Wir arbeiten hier zusammen mit Frau Meisterjahn. Die ist wirklich gut, wenn ihnen eine helfen kann, dann sie.“

Ich ging aus der Praxis (zum Glück mit und für Rontu) mit einer Telefonnummer, die ich schon vom Parkplatz aus wählte. Und schon nach wenigen Minuten Telefonat wusste ich: Hier bist du endlich richtig.

Bei der Vorbesprechung bei uns zu Hause bestätigte sich mein erster Eindruck: Tina Meisterjahn ist ein Mensch, der sich Zeit nimmt. Nicht nur Zeit für Hunde, auch Zeit für die Menschen, die hinter diesen Hunden stehen.

Alle meine Fragen und Ängste wurden besprochen. Vor allem gefiel mir sofort ihre innerliche Ruhe. Rontu durfte Tina ganz langsam und nur durch Eigeninitiative kennen lernen. Ich habe diese Erfahrung mit noch keinem Menschen gemacht, ohne nicht vorher genaue Instruktionen gegeben zu haben, wie Mensch sich unserem Hund gegenüber verhalten muss, damit er nicht gebissen wird. Der Unterschied zur klassischen Hundeschule wurde sofort klar: die Hundepsychologin will nicht dressieren, sondern verstehen und den Hund umlenken. Nicht nur den Hund, sondern auch den Menschen. Rontu blieb während der Vorbesprechung die ganze Zeit an der Leine – Sicherheit ist oberstes Gebot.

Nach einigen Übungsstunden zeigten sich die ersten Erfolge. Rontu fing an, sich an uns zu orientieren. Aus Grundkommandos wie Sitz oder Platz wurde ein Spiel, der Zwang war weg. Ein großer Leinenzieher war er nie, aber nun lernten wir, wie wir auch in Konfliktsituationen Ruhe bewahren können. Rontu folgte uns plötzlich gerne.

RontuWenn Rontu heute knurrt oder warnt, wissen wir, wie wir reagieren müssen, aber besonders wichtig ist, wir haben gelernt, solche Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen. Von vielen Dingen, von denen wir dachten, sie seien allgemeingültig für alle Hunde, mussten wir uns verabschieden. Zum Beispiel, dass Agility ein passender Ausgleich für Hütehunde ist. Unseren Hund würde Agility einfach nur nervös machen.

Hund ist nicht Hund. Umso wichtiger ist es, sich wirklich vor dem Kauf eines Hundes Gedanken zu machen, welcher Hund es denn sei sollte. Wir hatten uns mit Absicht einen Hütehund ausgesucht, nicht wissend, welche Probleme auf uns zukommen.

Natürlich gibt es immer wieder kleinere Rückfälle und viele Situationen, die wir noch nicht meistern können. Aber wir üben weiter und haben in Tina Meisterjahn endlich eine Ansprechpartnerin gefunden, die uns dabei mit vielen Tipps und Tricks zur Seite steht! Der Weg ist das Ziel…

Für diejenigen, die unseren Weg etwas mitverfolgen möchten, habe ich meine Eindrücke von ersten Gespräch mit Tina Meisterjahn bis heute festgehalten.

 

Erstes Telefongespräch – Parkplatz Tierarztpraxis

Ich weiß nicht, ob es richtig war, mit dem Hund wieder aus der Praxis zu gehen.

Ich will mir nicht irgendwann sagen müssen: Du wusstest es doch vorher, warum hast du den Hund nicht einschläfern lassen? Unser Sohn ist mir wichtiger als unser Hund, aber ich gebe unserem Hund noch eine allerletzte Chance. Ich rufe die Festnetznummer an, keiner geht dran. Ich mag nicht telefonieren, überwinde mich aber und rufe sogar die Handynummer an, die ich bekommen habe.

„Meisterjahn“… ich erzähle, woher ich die Nummer habe und warum ich anrufe. Das, was ich höre, nachdem ich unsere Probleme geschildert habe, erstaunt mich.

Ab sofort kein Bällchenspiel mehr, auch mit seinem bestem Kumpel Otto soll Rontu erst mal nicht mehr spielen. Erst müsse klar sein, dass Rontu keine Schmerzen hat. Und Rontu müsse ruhiger werden und lernen, runterzukommen. Das Spielen mit Bällchen und Otto pushe ihn hoch, das wilde Spiel mit Otto frustriere ihn möglicherweise sogar, denn Rontu wird oft einfach überrannt von Otto.

Wir vereinbaren einen ersten Termin, nur so, zum Kennenlernen.

 

Vorbesprechung – es passt.

Ich bin aufgeregt. Wen erwarte ich da? Wie soll ich mich verhalten? Zum ersten Mal kommt eine Hundepsychologin zu uns, bis jetzt waren es immer wir, die Hundetrainer aufsuchten. Kann sie uns wirklich helfen?

RontuAls ein Auto auf unseren Hof abbiegt, weiß ich, das kann nur Frau Meisterjahn sein. Sie steigt aus und begrüßt mich gar nicht. Sie steht nur da, dreht mir und Rontu den Rücken zu und dreht sich ab und zu mal um, um etwas zu unserem Hund zu sagen. Nach einer gefühlten Stunde sagt sie endlich „Hallo und guten Tag erst mal“ zu mir.

Mir gefällt das. Es mag befremdlich vorkommen, mit jemanden zu sprechen, der einem dem Rücken zudreht, aber es macht die Situation einfacher. Denn ich kenne ja unseren Hund, und der mag keine fremden Menschen, die direkt auf ihn zugehen. Wie ich mich verhalten soll, frage ich mich nicht mehr, denn hier habe ich eindeutig einen Menschen vor mir, der mir diese Frage im Moment des Aussteigens aus dem Auto abgenommen hat. Ich muss unseren Hund nicht erklären. Sie versteht ihn auch ohne Worte.

Auf dem Weg zur Terrasse durch die Wohnung muss ich mich ständig umdrehen, weil ich das Gefühl habe, dass sie gar nicht mitkommen will. Endlich angekommen, erklärt sie mir, dass Rontu ihr deutlich gezeigt habe, dass sie hier nichts zu suchen hätte und sie ihn immer wieder beschwichtigt hätte. Oh, das habe ich gar nicht mitbekommen.

Dann sitzen wir lange auf der Terrasse und reden sehr viel. Ich frage, sie antwortet. Ich bekomme ausführliche Antworten, präzise, genau auf Situationen abgestimmt, genau passend zu unserem Hund. Woher weiß sie das alles? Wie kann sie in so kurzer Zeit unseren Hund so gut einschätzen? Kein Vergleich zu meinen vielen  Internetsitzungen!

Egal. Es passt, und das ist gut so.

 

1. Übungsstunde 

Rontu kann sich an Tina erinnern, freut er sich? Ich kann sein Verhalten nicht richtig deuten, habe den Eindruck, er freut sich, vorsichtig, ängstlich wie immer.

Wir fangen an mit Leinentraining, Tina hatte es ja schon angekündigt. Wieso das? Wir wollen doch nur, dass er nicht mehr beißt. Rontu ist nie der große „Leinenzieher“ gewesen, deswegen bin ich etwas pikiert, sage aber nichts. Während der Stunde wird mir klar, was Tina schon in der Vorbesprechung sagte: Es geht nur in ganz kleinen Schritten.

Und damit haben wir Erfolg. Denn nachdem ich es endlich schaffe, die Sache einigermaßen richtig zu koordinieren, merke ich: Rontu reagiert auf mich, endlich kann er mich „lesen“, und es macht ihm großen Spaß mir zu folgen. Er freut sich, und ich mich auch. Ich bin gespannt aufs nächste Mal.

 

2. Übungsstunde 

Tina kommt! Rontu freut sich, zeigt aber noch Beschwichtigungsverhalten. Ich sehe es erst nur an Tinas Reaktion, die sich deutlich von ihm abwendet und mir das auch sofort erklärt: Rontu läuft einen weiten Bogen, um sich ihr zu nähern und beschwichtigt dabei. Tina geht auf seine Beschwichtigung ein und zeigt ihm durch Gestik, dass sie keine Bedrohung darstellt.

Dann muss ich zeigen, wie gut ich meine Hausaufgaben gemacht habe. Na ja, schon die ganze Woche hatte ich Schwierigkeiten, die Übungen durchzuführen, denn ich habe einen Dickkopf und kann alles besser. Ich will einfach nicht glauben, dass meine alten Kommandos ab sofort nebensächlich sind, denn es funktionierte doch immer…. Einigermaßen.

Schaue ich allerdings Tina zu, die die gleichen Übungen mit dem gleichen Hund macht, sieht das ganz anders aus. Okay, ich nehme mir für die nächste Woche vor, meinen Dickkopf zu überlisten. Fragt sich nur wie…

Am Ende der Stunde stelle ich endlich die Frage, die mir schon die ganze Zeit auf der Zunge brennt: Was ist mit den Grundkommandos, die Rontu nicht beherrscht und unsere Angst, dass er wieder zubeißen könnte? Ich bekomme eine ausführliche Antwort mit einem mir schlüssigen Übungstraining. Gut, dass ich noch schnell gefragt habe.

3. Übungsstunde

Natürlich habe ich es nicht geschafft, meinen Dickkopf zu überlisten. Auch das Übungstraining war mir im Nachhinein dann doch nicht mehr schlüssig…Ich frage noch mal fast die gleiche Frage und erkläre, dass nicht ich, sondern die Anderen ein Problem mit unserem Hund haben. Und wieder bekomme ich eine lange, geduldige Antwort.

Ich glaube, dieses Mal habe ich kapiert, worum es geht: Rontu hat kein Vertrauen in Menschen, auch nicht in mich. Er will ein Team mit seinem Partner sein, den Partner verstehen können und ihm folgen. Das geben wir ihm nicht, wir sind nicht eindeutig in unserer Körpersprache. Wir verwirren und frustrieren ihn. Deswegen ist er unsicher, akzeptiert uns nicht, fühlt sich sogar von uns bedroht und beißt dann zu. Über das neue Leinentraining kann er lernen, eine  Bindung mit uns einzugehen, kann lernen, sich führen zu lassen. Vorausgesetzt, wir Menschen lernen, fair zu agieren und uns und den Hund besser zu beobachten. Das geht jetzt sogar in meinen Dickkopf rein, ist doch logisch…

 

4. Übungsstunde 

Inzwischen haben wir viel geübt. Rontu läuft kurze Strecken neben, nicht vor mir, lässt sich in entspannten Situationen abrufen und hat das Kommando „Platz“ dazugelernt. Es hat sich offensichtlich gelohnt, die Anweisungen für die Übungen genau zu befolgen!

Doch schon bei der ersten neuen Übung bekomme ich einen kleinen Dämpfer: „Wir hatten doch gesagt…“. Ach ja. Vergesslich, wie ich bin, gibt Tina mir den guten Tipp, den sie mir auch schon bei der Vorbesprechung gegeben hatte, noch mal: Alles sofort aufschreiben und dann konsequent die passenden Signale an passender Stelle anbringen.  Trotzdem wird es noch eine tolle Stunde, Rontu lernt mit 1 ½ Jahren endlich das „Bleib“ kennen und ich schaffe es, mich mehr als 5 Schritte von ihm zu entfernen, ohne, dass er aufsteht. Ein Riesenerfolg für uns!

Insgesamt ist inzwischen aus dem unkontrollierbaren und unberechenbaren Hund ein ruhiger und fast entspannter Partner geworden.  Und ich weiß: da geht noch viel mehr und bin gespannt auf die nächsten Übungsstunden!

Mein Erfahrungsbericht hört hier auf mit einer Empfehlung an alle, die so verzweifelt sind, wie wir es waren:

Tina Meisterjahn als Hundepsychologin arbeitet anders als die Hundetrainer, die uns auf unserer Suche nach Hilfe begegnet sind.

Vielleicht wird auch euer Zusammenleben von Mensch und Hund mit Tinas Hilfe harmonischer. Ein Versuch ist es wert…

 

Rontu und Familie sagen „Danke!“

Rasmus – Jack Russel Terrier – Artgenossen – / Leinenaggression

Rasmus Foto: Melina G. aus Sundern

Rasmus
Foto: Melina G. aus Sundern

Mein Name ist Rasmus ich bin ein 4 Jahre alter Jack Russel Terrier.

Am liebsten bringe ich mein Frauchen zu Verzweiflung. Mein Glück – sie liebt mich trotzdem abgöttisch.

Wenn ich lange genug etwas versuche gibt sie meinem treuen Blick und meiner -ich gebe zu-“penetranten” Beharrlichkeit nach. So konnte ich schon früh mit ihm Bett schlafen oder auch mich nur hinsetzten wenn ich es wirklich will.

Aber am meisten regte ich sie auf, wenn ich bei der Begegnung mit anderen Hunden mein volles Programm abzog. Das wäre mich voll in die Leine zu schmeißen und so laut zu bellen wie ich kann. Angriff ist eben die beste Verteidigung. Meine Knie tun manchmal weh und ich habe Angst mich nicht wehren zu können. Außerdem drückte mich dieses doofe Geschirr und hat heftig gezwickt immer wenn ich andere Hunde sah.

Dann kam der Tag als mein Frauchen sich mit einer Bekannten unterhielt die bei einer Hundepsychologin waren. Ab da änderte sich mein Leben. Sie telefonierte mit Frau Meisterjahn und die kam auch bald zu Besuch. Es wurde viel über mich gesprochen. Frauchen und Herrchen bekamen viele Tipps und praktische Anleitungen für mich. Sie fanden das super und suchten öfter das Gespräch mit Tina. Anfangs fand ich das nicht so toll aber meine Futterlieferanten waren voller Euphorie. Dann hab ich gemerkt das sie mich besser verstehen, mehr mit mir machen und es macht richtig Spaß! Also DANKE Tina!

Sie waren mit mir beim Tierarzt und ich bekam etwas für meine Knie. Ein neues Geschirr habe ich auch bekommen – und zwar maßgeschneidert- jawohl! Ich wollte es zuerst auch nicht anziehen. Doch es gab echt leckere Übungen dazu und ich stellte fest, dass es gar nicht zwickte. Dann haben wir geübt an der Leine zu laufen. Aber anders als sonst. Als das klappte habe ich mich mit einer netten Hundedame getroffen. Was hatte ich erst eine Panik zu Anfang! Doch ich musste nie direkt zu ihr und Frauchen hat mich beschützt und mir einen Ausweg gezeigt. Dann war es auf einmal gar nicht mehr schlimm und wir sind gemeinsam über die Wiesen geflitzt.

Dabei ist mir auch aufgefallen das es nicht schön ist meine Zeitgenossen anzubellen, es ist viel schöner gemeinsame Ausflüge und Spielnachmittage zu machen. Manchmal gehen wir mit einem ganzen Rudel spazieren. Ein tolles Gefühl! Da hab ich echt was verpasst. Herrchen und Frauchen gehen ganz entspannt mit. Sie haben manchmal noch Fragen an Tina und mit ihren Tipps ist unser Zusammenleben ruhiger und Schöner geworden. Von mir aus darf Tina uns öfter besuchen.

Euer Rasmus

Merlin – Großpudel – wild und stürmisch

Hallo…

Merlin und Yoda Foto: Sabine Krick aus Sundern

Merlin und Yoda
Foto: Sabine Krick aus Sundern

Ich heiße Sabine Krick und wohne mit meinem Mann und unseren zwei Hunden in Sundern/Sauerland. Yoda ist ein drei jähriger Malteserrüde. Er ist klein und durch eine Rückenverletzung etwas in seiner Bewegung eingeschränkt, dennoch ist er ‘voll gut drauf ‘! Der zweite Hund heißt Merlin, ist ein jetzt zehn Monate junger Großpudelrüde und ist genauso gut drauf!

Nun gut, bis zehn/zwölf Monate hat ‘Hund’ noch viel ‘Kasper’ im Kopf und ist nicht immer leicht davon zu überzeugen gaaanz ruhig und gelassen zu sein… ;)! Besonders bei der Leinenführigkeit gab es große Defizite. Er meckerte jeden Hund an dem wir begegneten und zog was die Leine hergab! Alles ist interessant und in seinen Augen nur zum Hinterherjagen vorhanden. Nun ja, nachvollziehbar aus seiner Sicht, doch nicht akzeptabel für mich!

Da beide Hunde sehr lieb sind (und es auch bleiben sollen), fiel es uns schwer den passenden Ansprechpartner zu finden. Ich suchte jemanden, der das Wesen von Merlin erkennt und feinfühlig und respektvoll im Umgang sowohl mit Merlin als auch mit mir ist.

Mein Mann und ich hörten uns um und fragten und hörten…Alle Hundeschulen die wir fanden, hielten wir nicht für geeignet… so gingen wir nirgendwo hin und kamen vorerst auch klar. Wir dachten: “…lieber erst einmal eine gute Beziehung aufbauen…“ Was uns auch gelungen ist.

Dann setzte ich mich hin und begab mich ins Internet. Ich suchte unter Hundetherapie/ Hundeschulen Sundern und eine ganze Reihe Hundeschulen taten sich auf. Und es zeigte sich auch Hundepsychologie-Sundern Bettina Meisterjahn! Ich ging sofort auf ihre Seite und war beeindruckt! Ich hoffte nur, dass das was dort stand (steht) auch wirklich so ist (ich habe auch schon andere Erfahrungen gemacht) und rief direkt an. Na, lange Rede…Es ist noch viel besser!!!

Wir haben jetzt schon einige Stunden absolviert und Merlin ist an der Leine nicht wiederzuerkennen. Dank dem neuen Brustgeschirr und den wirklich konsequent durchgeführten Übungen machen wir riesen Fortschritte (siehe Videos). Selbst Hundebegegnungen an der Leine sind Dank Bettina Meisterjahn entspannter, da ich jetzt sicherer bin und somit auch gelassener! Ich denke wir benötigen noch die ein oder andere Stunde der Anleitung, doch ich bin seeeeehr zuversichtlich, dass sich der ‘Hopser’ in Merlin bald verabschiedet und seine Unsicherheit mitnimmt…

Und hier noch die Videos. Auf dem ersten ist Merlin noch sehr aufgeregt und wild, springt unkontrolliert umher. Ich habe mühe ihn zu halten.

Hier haben wir schon drei Trainingsstunden hinter uns. Und wir haben fleißig geübt und alle Tipps genau befolgt. Merlin ist wie ausgewechselt!

DANKE BETTINA

 

Shakira – Jack-Russell-Mischling – Leinenaggression

Shakira - "bester Hund der Welt" Foto: Claudia W. aus Sundern

Shakira – “bester Hund der Welt”
Foto: Claudia W. aus Sundern

Seit 6 Jahren lebt Shakira (Jack-Russell-Mischling, „bester Hund der Welt“) bei mir („das Problem“), sie ist ein absoluter Wunschhund, mit ihr ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen, sie macht meine Familie und mich sehr glücklich.Bevor ich sie zu mir geholt habe, lebte sie für ein paar Wochen im Tierheim, sie war ein Fundtier, über ihre Vergangenheit konnte man mir leider nichts sagen, sie war offensichtlich noch sehr jung und entsprechend ungestüm und lebensfroh, obwohl sie anscheinend schon einiges mitmachen musste bis dahin. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass sie ein Problem mit älteren Herren mit Gehhilfen oder Spazierstöcken hat, sie wollte an Säcken nicht vorbei gehen, hatte große Trennungsängste und ist bei jeder Fußbewegung hochgeschreckt. Leinenführigkeit und die Grundkommandos mussten wir mit viel Liebe und Geduld gemeinsam erarbeiten.

Wir haben damals noch nicht im Sauerland gelebt und in ihrem damaligen Zuhause hatte sie aus Hundesicht den Himmel auf Erden. Rund um das Haus Felder, Wiesen, Wälder, kleine Bäche und viele Freiheiten. Sie durfte stundenlang Löcher graben, sie ist mit ihrer Frisbee-Scheibe über die Wiesen geflitzt, hat im Bach gespielt, konnte sich auf allen Spazierwegen ohne Leine frei bewegen.

Mit anderen Hunden hat es auch gut geklappt, anfangs hat sie die Hunde an der Leine ignoriert, als ich sie dann nach ein paar Wochen ohne Leine laufen lassen konnte, hat sie den Kontakt gesucht und mit vielen Hunden getobt und gespielt, sie hatte später auch eine beste Hundefreundin. Irgendwann hat sich das Bellen an der Leine bei Hundebegegnungen eingeschlichen, ich habe sie dann mit ihrer Frisbee-Scheibe abgelenkt, was auch meistens sehr gut funktioniert hat. Damals habe ich noch nicht gewusst, dass sie vermutlich in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht hatte, ich habe das für eine kleine Marotte gehalten.

Nach vier Jahren mußten wir ins Sauerland umziehen, in der Nachbarschaft wohnte eine braune Labrador-Hündin, sie lief frei umher und irgendwann tauchte sie auf unserer Wiese auf und hat mein Mädchen attackiert. Mir hat das einen riesen Schreck eingejagt, ich habe so etwas vorher nicht erlebt und meine Kleine so zu sehen, hilflos, schreiend, war wohl der Auslöser für unsere späteren Probleme. Sie wurde auch  nochmal von dem Labrador angegriffen und dann sind wir erneut umgezogen und dort ist sie dann auch von einem anderen großen Nachbarshund attackiert worden.

Shakira Foto: Claudia W. aus Sundern

Shakira
Foto: Claudia W. aus Sundern

Wir hatten im Laufe der Zeit noch einige unschöne Hundebegegnungen, immer beim spazieren an der Leine, frei laufende, große Hunde kamen mit gefletschten Zähnen auf uns zugestürmt, haben zum Teil auch nach Shakira geschnappt, es kam zu Rangeleien, Shakira hat sich immer untergeordnet, ich war hilflos. Für mich wurde das Spazieren zum Spießrutenlauf, ich musste immer damit rechnen, dass etwas passiert. Ich wurde immer unsicherer, das übertrug sich auf Shakira und sie hat schon einen großen Wirbel veranstaltet wenn sie einen Hund aus großer Distanz gesehen hat. Irgendwann war es unmöglich an den anderen Hunden vorbei zu laufen, sie blieb schon in 20m Entfernung stehen, bellte was das Zeug hielt, wollte los stürmen, war kaum zu halten, ein Umkehren war auch nicht möglich. Ich hatte schon Magenschmerzen wenn ich mit ihr losgelaufen bin und war schließlich an einem Punkt angelangt, wo ich überhaupt nicht mehr mit ihr spazieren gehen wollte, ich war nervlich am Ende.

Mir war klar, dass ich Hilfe brauche damit nicht irgendwann doch noch etwas Schlimmes passiert. Also habe ich zum Laptop gegriffen und gegoogelt, Hundeschulen schienen mir für meine Situation nicht geeignet, ich wollte eine persönliche, individuelle Beratung. Ziemlich schnell bin ich auf Bettina Meisterjahn gestoßen und was ich über sie gelesen habe, hat mich voll überzeugt. Mir war eine liebevolle, gewaltfreie Therapie wichtig für uns, außerdem wollte ich die Körpersprache von Shakira verstehen lernen, ich wollte fremde Hunde besser einschätzen lernen und vor allem an meinem Verhalten und meiner Körpersprache arbeiten.

Wir haben uns zu einem ersten Gespräch bei mir zuhause getroffen, sie hat sich sehr viel Zeit genommen, ich habe ihr alles über Shakira’s bisheriges Leben und unsere Probleme erzählt. Sie hat Shakira in ihrem häuslichen Umfeld beobachtet und hat mir ein paar erstaunliche Dinge über meinen Hund sagen können, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe. Ich hatte im Vorfeld die Befürchtung, dass ich mein Leben mit Shakira komplett auf den Kopf stellen muss, sie ist sehr verwöhnt und wird von allen im Haus betüddelt. Aber letztendlich waren es nur Kleinigkeiten, die ich verändern musste, wie Frau Meisterjahn so schön formuliert hat: Vom verwöhnt werden ist noch keiner gestorben. J Wir haben direkt eine Übung als Hausaufgabe für den nächsten Termin bekommen, ich war sehr erleichtert verstanden zu werden und Hilfe zu bekommen.

Leider hat die Hausaufgabe nicht so gut funktioniert, ich war sehr enttäuscht über mich selbst, weil ich es nicht hinbekommen habe, ich war noch zu angespannt und habe mich selbst unter Druck gesetzt. Frau Meisterjahn hat mich aber beruhigt und einen anderen Weg vorgeschlagen. Sie war auch die ganze Zeit über telefonisch für mich da, ich konnte sie jederzeit anrufen wenn ich Fragen hatte.

Wir sind zusammen spazieren gegangen und sie hat mir Shakira’s Körpersprache erklärt, ich habe gelernt wie mein Verhalten auf Shakira wirkt und dass ich damit unbewusst die Aggression hervorgerufen und sogar einen Konflikt zwischen den Hunden geschürt habe. Sie hat mir ein paar einfache Übungen gezeigt, mit denen ich jetzt problemlos an anderen Hunden vorbei gehen kann. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass wir nach drei Stunden schon so weit sind, dass wir sechs Hundebegegnungen bei einem Spaziergang ohne Angst und bellen meistern können. Mein Selbstbewusstsein ist dadurch auch größer geworden, ich gehe Hunden nicht mehr aus dem Weg. Da ich andere Hunde jetzt auch besser einschätzen kann, lasse ich mittlerweile sogar Kontakt an der Leine zu und tatsächlich passiert nichts, weil ich jetzt viel entspannter bin. Und selbst wenn ein Hund ohne Leine auf uns zukommt, gerate ich nicht mehr in Panik. Klar, manchmal rutscht mir schon noch das Herz in die Hose, aber ich traue meiner Kleinen jetzt viel mehr zu und ich weiß jetzt, wie ich im Zweifelsfall reagieren muss. Wenn mir eine Situation zu heikel ist, habe ich jetzt die Möglichkeit umzudrehen und wegzugehen, das war vorher ja auch nicht möglich. Das Verhältnis zwischen Shakira und mir ist noch intensiver geworden, sie orientiert sich viel mehr an mir und fängt wieder an mir zu vertrauen.

 

Shakira die glückliche Foto: Claudia W. aus Sundern

Shakira die glückliche
Foto: Claudia W. aus Sundern

Frau Meisterjahn hat uns auch ein neues Geschirr und eine neue Leine besorgt, darüber bin ich sehr froh, wir hatten von Anfang an ein großes Problem das passende Geschirr zu finden. Die neue Leine fühlt sich auch besser an und gibt uns noch mehr Sicherheit unterwegs.

Die Therapiestunden haben mir sehr viel Spaß gemacht bisher, es läuft alles total locker ab, es wird auch viel gelobt und bestätigt, die Hilfestellungen sind sehr leicht zu verstehen und umzusetzen und man lernt unglaublich viel über den Hund an sich und auch über sich selbst.

Ich kann Bettina Meisterjahn nur wärmstens weiter empfehlen, das habe ich natürlich auch schon fleißig getan und ich bedanke mich für die tolle Unterstützung. Da wir noch ein, zwei andere Baustellen haben, werde ich mich auch weiterhin an sie wenden.

(Da ich immer wieder gefragt werde wie ich auf den Namen „Shakira“ gekommen bin: den Namen hat man ihr im Tierheim gegeben und er heißt übersetzt „die Dankbare“, was auf sie absolut zutrifft.)

Vielen Dank für die große Unterstützung und weiterhin viel Erfolg wünschen Claudia W. und Shakira!