Lernen Sie Ihren Hund zu verstehen!

Shakira – Jack-Russell-Mischling – Leinenaggression

Shakira - "bester Hund der Welt" Foto: Claudia W. aus Sundern

Shakira – “bester Hund der Welt”
Foto: Claudia W. aus Sundern

Seit 6 Jahren lebt Shakira (Jack-Russell-Mischling, „bester Hund der Welt“) bei mir („das Problem“), sie ist ein absoluter Wunschhund, mit ihr ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen, sie macht meine Familie und mich sehr glücklich.Bevor ich sie zu mir geholt habe, lebte sie für ein paar Wochen im Tierheim, sie war ein Fundtier, über ihre Vergangenheit konnte man mir leider nichts sagen, sie war offensichtlich noch sehr jung und entsprechend ungestüm und lebensfroh, obwohl sie anscheinend schon einiges mitmachen musste bis dahin. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass sie ein Problem mit älteren Herren mit Gehhilfen oder Spazierstöcken hat, sie wollte an Säcken nicht vorbei gehen, hatte große Trennungsängste und ist bei jeder Fußbewegung hochgeschreckt. Leinenführigkeit und die Grundkommandos mussten wir mit viel Liebe und Geduld gemeinsam erarbeiten.

Wir haben damals noch nicht im Sauerland gelebt und in ihrem damaligen Zuhause hatte sie aus Hundesicht den Himmel auf Erden. Rund um das Haus Felder, Wiesen, Wälder, kleine Bäche und viele Freiheiten. Sie durfte stundenlang Löcher graben, sie ist mit ihrer Frisbee-Scheibe über die Wiesen geflitzt, hat im Bach gespielt, konnte sich auf allen Spazierwegen ohne Leine frei bewegen.

Mit anderen Hunden hat es auch gut geklappt, anfangs hat sie die Hunde an der Leine ignoriert, als ich sie dann nach ein paar Wochen ohne Leine laufen lassen konnte, hat sie den Kontakt gesucht und mit vielen Hunden getobt und gespielt, sie hatte später auch eine beste Hundefreundin. Irgendwann hat sich das Bellen an der Leine bei Hundebegegnungen eingeschlichen, ich habe sie dann mit ihrer Frisbee-Scheibe abgelenkt, was auch meistens sehr gut funktioniert hat. Damals habe ich noch nicht gewusst, dass sie vermutlich in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht hatte, ich habe das für eine kleine Marotte gehalten.

Nach vier Jahren mußten wir ins Sauerland umziehen, in der Nachbarschaft wohnte eine braune Labrador-Hündin, sie lief frei umher und irgendwann tauchte sie auf unserer Wiese auf und hat mein Mädchen attackiert. Mir hat das einen riesen Schreck eingejagt, ich habe so etwas vorher nicht erlebt und meine Kleine so zu sehen, hilflos, schreiend, war wohl der Auslöser für unsere späteren Probleme. Sie wurde auch  nochmal von dem Labrador angegriffen und dann sind wir erneut umgezogen und dort ist sie dann auch von einem anderen großen Nachbarshund attackiert worden.

Shakira Foto: Claudia W. aus Sundern

Shakira
Foto: Claudia W. aus Sundern

Wir hatten im Laufe der Zeit noch einige unschöne Hundebegegnungen, immer beim spazieren an der Leine, frei laufende, große Hunde kamen mit gefletschten Zähnen auf uns zugestürmt, haben zum Teil auch nach Shakira geschnappt, es kam zu Rangeleien, Shakira hat sich immer untergeordnet, ich war hilflos. Für mich wurde das Spazieren zum Spießrutenlauf, ich musste immer damit rechnen, dass etwas passiert. Ich wurde immer unsicherer, das übertrug sich auf Shakira und sie hat schon einen großen Wirbel veranstaltet wenn sie einen Hund aus großer Distanz gesehen hat. Irgendwann war es unmöglich an den anderen Hunden vorbei zu laufen, sie blieb schon in 20m Entfernung stehen, bellte was das Zeug hielt, wollte los stürmen, war kaum zu halten, ein Umkehren war auch nicht möglich. Ich hatte schon Magenschmerzen wenn ich mit ihr losgelaufen bin und war schließlich an einem Punkt angelangt, wo ich überhaupt nicht mehr mit ihr spazieren gehen wollte, ich war nervlich am Ende.

Mir war klar, dass ich Hilfe brauche damit nicht irgendwann doch noch etwas Schlimmes passiert. Also habe ich zum Laptop gegriffen und gegoogelt, Hundeschulen schienen mir für meine Situation nicht geeignet, ich wollte eine persönliche, individuelle Beratung. Ziemlich schnell bin ich auf Bettina Meisterjahn gestoßen und was ich über sie gelesen habe, hat mich voll überzeugt. Mir war eine liebevolle, gewaltfreie Therapie wichtig für uns, außerdem wollte ich die Körpersprache von Shakira verstehen lernen, ich wollte fremde Hunde besser einschätzen lernen und vor allem an meinem Verhalten und meiner Körpersprache arbeiten.

Wir haben uns zu einem ersten Gespräch bei mir zuhause getroffen, sie hat sich sehr viel Zeit genommen, ich habe ihr alles über Shakira’s bisheriges Leben und unsere Probleme erzählt. Sie hat Shakira in ihrem häuslichen Umfeld beobachtet und hat mir ein paar erstaunliche Dinge über meinen Hund sagen können, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe. Ich hatte im Vorfeld die Befürchtung, dass ich mein Leben mit Shakira komplett auf den Kopf stellen muss, sie ist sehr verwöhnt und wird von allen im Haus betüddelt. Aber letztendlich waren es nur Kleinigkeiten, die ich verändern musste, wie Frau Meisterjahn so schön formuliert hat: Vom verwöhnt werden ist noch keiner gestorben. J Wir haben direkt eine Übung als Hausaufgabe für den nächsten Termin bekommen, ich war sehr erleichtert verstanden zu werden und Hilfe zu bekommen.

Leider hat die Hausaufgabe nicht so gut funktioniert, ich war sehr enttäuscht über mich selbst, weil ich es nicht hinbekommen habe, ich war noch zu angespannt und habe mich selbst unter Druck gesetzt. Frau Meisterjahn hat mich aber beruhigt und einen anderen Weg vorgeschlagen. Sie war auch die ganze Zeit über telefonisch für mich da, ich konnte sie jederzeit anrufen wenn ich Fragen hatte.

Wir sind zusammen spazieren gegangen und sie hat mir Shakira’s Körpersprache erklärt, ich habe gelernt wie mein Verhalten auf Shakira wirkt und dass ich damit unbewusst die Aggression hervorgerufen und sogar einen Konflikt zwischen den Hunden geschürt habe. Sie hat mir ein paar einfache Übungen gezeigt, mit denen ich jetzt problemlos an anderen Hunden vorbei gehen kann. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass wir nach drei Stunden schon so weit sind, dass wir sechs Hundebegegnungen bei einem Spaziergang ohne Angst und bellen meistern können. Mein Selbstbewusstsein ist dadurch auch größer geworden, ich gehe Hunden nicht mehr aus dem Weg. Da ich andere Hunde jetzt auch besser einschätzen kann, lasse ich mittlerweile sogar Kontakt an der Leine zu und tatsächlich passiert nichts, weil ich jetzt viel entspannter bin. Und selbst wenn ein Hund ohne Leine auf uns zukommt, gerate ich nicht mehr in Panik. Klar, manchmal rutscht mir schon noch das Herz in die Hose, aber ich traue meiner Kleinen jetzt viel mehr zu und ich weiß jetzt, wie ich im Zweifelsfall reagieren muss. Wenn mir eine Situation zu heikel ist, habe ich jetzt die Möglichkeit umzudrehen und wegzugehen, das war vorher ja auch nicht möglich. Das Verhältnis zwischen Shakira und mir ist noch intensiver geworden, sie orientiert sich viel mehr an mir und fängt wieder an mir zu vertrauen.

 

Shakira die glückliche Foto: Claudia W. aus Sundern

Shakira die glückliche
Foto: Claudia W. aus Sundern

Frau Meisterjahn hat uns auch ein neues Geschirr und eine neue Leine besorgt, darüber bin ich sehr froh, wir hatten von Anfang an ein großes Problem das passende Geschirr zu finden. Die neue Leine fühlt sich auch besser an und gibt uns noch mehr Sicherheit unterwegs.

Die Therapiestunden haben mir sehr viel Spaß gemacht bisher, es läuft alles total locker ab, es wird auch viel gelobt und bestätigt, die Hilfestellungen sind sehr leicht zu verstehen und umzusetzen und man lernt unglaublich viel über den Hund an sich und auch über sich selbst.

Ich kann Bettina Meisterjahn nur wärmstens weiter empfehlen, das habe ich natürlich auch schon fleißig getan und ich bedanke mich für die tolle Unterstützung. Da wir noch ein, zwei andere Baustellen haben, werde ich mich auch weiterhin an sie wenden.

(Da ich immer wieder gefragt werde wie ich auf den Namen „Shakira“ gekommen bin: den Namen hat man ihr im Tierheim gegeben und er heißt übersetzt „die Dankbare“, was auf sie absolut zutrifft.)

Vielen Dank für die große Unterstützung und weiterhin viel Erfolg wünschen Claudia W. und Shakira!